Die Zügel in der Hand

Markus Steiger, parteilos und politisch Mitte-rechts, hat mehrere Berufe. Jedes Jahr besucht er das Humor-Festival in Arosa.

Gert Bruderer
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Der 45-Jährige, der 2005 den elterlichen Hof übernahm, hat einem Kollegen vor zwei Jahren kurzerhand ein Kalb geschenkt. Seither ist der Kollege beinah täglich auf dem Hof, oft hilft er mit, das sei für ihn ein Ausgleich. Auch Markus Steiger schätzt Vielseitigkeit. Er sagt: «Abwechslung macht das Leben.»

Als «wunderschön» bezeichnet er die Kindheit, die er hatte. Mit drei Brüdern wuchs er auf, der eine (Patrik Steiger, Regionenleiter Post) ist eben erst in den Eichberger Gemeinderat gewählt worden.

Bei der Musikgesellschaft Montlingen spielte Markus Steiger, bis er 16 war, Trompete, im STV Oberriet turnte er.

Enge Beziehung zu allen Brüdern

Jährlich nimmt Steiger am Bildstöckli-Faustballturnier teil, zu Beginn bildete er zusammen mit den drei Brüdern ein Team, später kamen Kollegen dazu. Die Brüder sieht er zwei-, dreimal pro Woche – «mindestens», sagt Steiger.

Die Beziehung war schon immer eng, die Familienbande stark. Als junge Erwachsene organisierten die vier Brüder jährlich eine Disco auf dem Hof, im Heustock, etwa zehnmal. Über 500 Besucher kamen zuletzt. Entsprechend gross ist der Kollegenkreis.

Er wollte nicht den Eltern auf der Tasche liegen

Seiner beruflichen Zukunft widmete Markus Steiger sich mit besonderer Lust. Der erfolgreich absolvierten KV-Lehre folgte die Ausbildung zum Landwirt.

Weil er nicht den Eltern auf der Tasche liegen wollte, verzichtete Markus Steiger von sich aus auf ein zunächst erwogenes Ingenieur-Agronom-Studium. Stattdessen begann er bei einer Baufirma als Aushilfschauffeur.

Nach je einjähriger Tätigkeit als Maschinist und Polier versuchte er sich als Bauführer – mit Erfolg – und als Vorgesetzter von bis zu 40 Mitarbeitenden.

Comedy mag er,«Bliss» begeisterten ihn

Zehn Jahre lang arbeitete er in der gleichen Firma, später leitete er zwei Jahre lang interimistisch ein Tiefbaugeschäft. Den elterlichen Hof führte er nebenher. Da reihten sich die 70- oder 80-Stunden-Wochen aneinander. Heute bewirtschaftet Steiger zusammen mit einem Angestellten und unter Mithilfe der Eltern 25 Hektaren. Auf dem Hof sind 55 Kühe, 100 Mutterschweine und vier Pferde.

Der Auftritt von «Bliss» kürzlich im «Madlen», Heerbrugg, hat Markus Steiger begeistert. Comedy mag er besonders. Seit einigen Jahren ist das Humorfestival fixer Termin. Er schätzt das Biken, wandert zudem gern, im Alpstein und im Bündnerland.

Rechnungswesen als besondere Stärke

Steigers besondere Stärke? Das Rechnungswesen! Ohne gross lernen zu müssen, durchlief er die Ausbildung, seither gab er sein Wissen zuvorkommend weiter, indem er Erwachsenen ab und zu Nachhilfeunterricht gab.

Als vor acht Jahren sein Stall am Kapellweg brannte, handelte Markus Steiger blitzschnell; die meisten Tiere konnte er dank zielstrebigen Handelns noch retten.

Auch sonst nimmt der vielseitige, zielstrebige Bauer die Zügel gern in die Hand.

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