Die Vielschichtigkeit von Franz Liszt erleben

Morgen Mittwoch, 23. November, Beginn 20 Uhr, gedenkt die Rheintalische Gesellschaft für Musik und Literatur des 200. Geburtstages von Franz Liszt.

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HEERBRUGG. Im Saal der evangelischen Kirche porträtieren der Pianist Matthias Roth und der Sprecher Christian Seiler in ihrem Programm «Mephistowalzer» das Phänomen Franz Liszt anhand von Klaviermusik und Texten. Liszt war eine Ausnahmeerscheinung. Als Pianist ein Superstar des 19. Jahrhunderts, als zukunftweisender Komponist verkannt, als Mensch und Musiker geprägt von extremen Gegensätzen.

Viele Interessen

«Ein voll flutender magnetischer Strom verbindet Poesie und Musik, diese beiden Formen menschlichen Denkens und Fühlens» sagte Liszt einst. Neben der Musik interessierte sich Liszt von Jugend an für Literatur, Religion und Philosophie. Viele seiner Kompositionen haben einen Text als Inspirationsquelle.

Schrecklich und schön

Liszt scheute sich nie, neben dem Schönen auch die schrecklichen, grotesken und trivialen Aspekte des Lebens in seiner Musik auszudrücken. Dies tat er auch im Mephisto-Walzer I, der eine sofort erkennbare diabolische Atmosphäre entwickelt. Pianist Matthias Roth und Sprecher Christian Seiler kombinieren die Musikstücke bei ihren Aufführungen mit der Rezitation von Texten. Für die Zuhörenden werden damit Liszts unterschiedliche Lebensphasen und charakterliche Facetten eindrücklich erlebbar. Zum Beispiel beim selten aufgeführten Melodram Lenore, beim Mephisto-Walzer I (inspiriert durch das Faust-Gedicht von Nikolaus Lenau) oder mit dem Liebestraum III (Vertonung des gleichnamigen Gedichts von Ferdinand Freiligrath). Die Abendkasse öffnet um 19.30 Uhr. (pd)