Die Teufel sind zurück – und wie!

Letztes Jahr durften sie nicht mehr mit Feuer durchs Städtli ziehen, nun waren die Riettüfel Triber am Tschätteri-Umzug wieder dabei. Spektakulärer denn je. In ihrem «Höllenbuch» nennt sie jemand: «Total cooli Sieche.»

Gert Bruderer
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Hier sind Pyros erlaubt.

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ALTSTÄTTEN. Es gibt sie erst seit sieben Jahren. Aber in dieser kurzen Zeit hat sich die Rheintaler Perchtengruppe bereits weit über Altstätten hinaus einen Namen gemacht. Wo immer die Riettüfel Triber mit ihrer teuflisch-mystischen Show bereits in Erscheinung traten, hinterliessen sie einen bleibenden Eindruck. Auf ihrer Homepage hagelt es Komplimente. «Echt der Hammer», heisst es unter anderem.

Rest «nur noch langweilig»

In Altstätten war selbst das fasnächtlich verwöhnte Publikum von Anfang an hin und weg. Fragte man nach dem Höhepunkt des Tschätteri-Umzugs, lautete die Antwort praktisch immer: Die Riettüfel Triber. Dann aber war das Feuer plötzlich ein Problem. Wegen des 2011 in Kraft getretenen Polizeireglements bedurfte es für das Abbrennen von Feuerwerk einer Bewilligung durch die Stadt. Für die Kernzone Vorstadt bestand ab sofort ein Verbot.

Anstatt ohne Feuer am Tschätteri-Umzug teilzunehmen, verzichteten die Riettüfel Triber letztes Jahr gleich ganz aufs Mitmachen und traten stattdessen in Laufenburg auf. In ihrem «Höllenbuch» konnten sie nachher den folgenden Kommentar eines Zuschauers lesen: «Nach euch war der Umzug nur noch langweilig.»

Riesige Flammen

Dieses harte Urteil trifft zwar auf den Altstätter Tschätteri-Umzug ganz sicher nicht zu (wenngleich man sich die Perchten auch hier eher am Ende des Umzugs wünschte und nicht in der Mitte wie am Samstagabend). Das unvergleichliche Konzept und die Beteiligung vieler hochkarätiger Guggen machen den Tschätteri-Umzug zu einem Fasnachtsanlass, wie es ihn in dieser Form sonst nirgends gibt. Dennoch wurde 2012 die Abwesenheit der Riettüfel Triber als grosser Verlust empfunden. Das Publikum wünschte sich die Perchten sehnlichst zurück.

Neues Reglement

Dass die Riettüfel Triber nun also doch wieder in Altstätten auftraten, ist einem neu geschaffenen Reglement zu verdanken, das offenes Feuer an Umzügen eingeschränkt zulässt. Das Publikum hatte indessen bestimmt nicht den Eindruck, eine abgespeckte Show zu sehen. Ganz im Gegenteil! Die Riettüfel Triber verblüfften mit einer neuen Konstruktion, die es erlaubt, aus einer Höhe von etwa drei Metern riesige Flammen in kurzen zeitlichen Abständen emporschiessen zu lassen.

Gut gelaunte Teufel

Schon als die Riettüfel Triber in Altstättens Marktgasse einbogen, war auch den Zuschauerinnen und Zuschauern am anderen Ende der Gasse sofort klar: Sie kommen. Feuer und Rauch waren unübersehbar. – Und die Tüfel, zu deren toller Wirkung auch der passende Sound beiträgt, sind sich ihrer Besonderheit wohl bewusst.

Sichtlich geniessen sie die Gunst des Publikums. Auf dem Platz beim Frauenhof ergab sich eine eigentliche Fotosession, warfen sich die Perchten zuvorkommend in Pose und verzückten ihre Fans mit einem Wohlwollen, das zu Teufeln eigentlich nicht passt.

Kleine Party und eine Premiere

Auch nach dem Umzug waren die Riettüfel Triber in bester Stimmung: In der Marktgasse machten sie mit ihren Höllenklängen ganz auf Party und scharten ihre Anhänger um sich, die nun sehen konnten, wer alles sich hinter den gfürchigen Masken verbirgt. Dass die Perchtengruppe zum ersten Mal auch am Fasnachtsumzug vom Sonntagnachmittag teilnahm, war für diesen (schon der tollen Masken wegen) sicher ein Gewinn. Die teuflisch-mystische Atmosphäre jedoch lässt sich natürlich nur abends erzeugen, weshalb man die Riettüfel Triber auch künftig vor allem am Tschätteri-Umzug erleben sollte.

Feuer wirkt nun mal besser im Dunkeln!

www.riettuefeltriber.ch

Von hoch oben schiessen immer wieder riesige Flammen empor.

Von hoch oben schiessen immer wieder riesige Flammen empor.

Gfürchiger geht nicht: Riettüfel Triber. (Bilder: Gert Bruderer)

Gfürchiger geht nicht: Riettüfel Triber. (Bilder: Gert Bruderer)

Das Publikum war auch diesmal beeindruckt.

Das Publikum war auch diesmal beeindruckt.

Kinder bitte wegsehen!

Kinder bitte wegsehen!