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Rheintaler Erdbeerbauern spüren internationale Konkurrenz kaum

Trotz günstiger Alternativen aus den Nachbarländern besteht eine grosse Nachfrage nach Schweizer Erdbeeren.
Ronja Zellweger
Jetzt gehen die letzten Schweizer Erdbeeren über den Ladentisch, so wie hier im «Go Poschta» in Widnau. (Bild: Ronja Zellweger)

Jetzt gehen die letzten Schweizer Erdbeeren über den Ladentisch, so wie hier im «Go Poschta» in Widnau. (Bild: Ronja Zellweger)

Bei den Grossverteilern ist die Auswahl an Beeren gross. Jetzt im Sommer liegen Schalen aus dem In- und Ausland nebeneinander zur Auswahl. Viele kaufen ausschliesslich Schweizer Beeren, sei es aus Nachhaltigkeit oder um lokale Bauern zu unterstützen. Dennoch besteht die Nachfrage nach Beeren aus dem Ausland. Diese sind teils schon seit Februar erhältlich und erhöhen so die Obstvielfalt in der Wintersaison. Zudem ist die importierte Ware meist deutlich billiger.

Kunden warten 
auf regionale Ware

Entgegen den Erwartungen spüren Erdbeerbauern aus dem Rheintal die internationale Konkurrenz kaum. Viele treue Kunden halten sich beim Kauf zurück, bis die Erntezeit in der Region begonnen hat. «Sie warten, bis unsere Beeren reif sind», sagt Sarah Reller, die in Berneck einen Biohof betreibt. Gerade ihren biologischen Anbau schätzen die Kunden sehr. Das sei jedoch arbeitsintensiver, alles sei Handarbeit.

Trotz des grossen Aufwands fällt der Ertrag gegenüber konventioneller Anbauweise kleiner aus. Dies rechtfertigt den höheren Preis. Für Sarah Reller ist das kein Problem. Die Konkurrenz von Mitbewerbern und der günstigen Ware aus dem Ausland spüre sie nicht. Die Beeren sind in Berneck so beliebt, dass schon einige Kunden meinten, sie würden auch mehr für ihre Lieblingsbeeren ausgeben.

Auch Walter Gasser vom Gemüsebau Böschenhof in Au fällt auf, dass Kunden gezielt auf seine Erdbeeren warten. Nicht der Preis, sondern der Geschmack sei entscheidend. Auf dem Böschenhof werden die Erdbeeren reif geerntet und leiden nicht durch lange Transportwege. Sogar beim Grossverteiler, wohin Stefan Britschgi, Besitzer des Fahrmaadhofs in Diepoldsau, den Grossteil seiner Ernte liefert, laufen die regionalen Produkte trotz ausländischer Konkurrenz gut. Die importierten Beeren seien vor allem im März günstig im Angebot, während hier die Ernte noch nicht begonnen habe. Wenn seine Erdbeeren auf den Markt kämen, neige sich die Saison im Ausland schon dem Ende zu, da sei der Preisunterschied nicht mehr so gross.

Das Angebot ausländischer Beeren im Frühjahr scheint die Nachfrage nach solchen aus der Schweiz kaum zu beeinflussen. Und das, obwohl sich dieses Jahr die Ernte wegen des kalten Mais noch verspätete. Kälte und Regen haben den Ertrag, dank Regendächern, nicht stark beeinflusst. Es sei ein gutes Jahr, sind sich die Bauern einig. Trotz der erfreulichen Menge seien die Erdbeeren immer schnell ausverkauft. Den Überschuss, wenn es ihn denn gibt, verarbeitet Sarah Reller zu getrockneten Erdbeeren. Meist müssen dafür Erdbeeren gepflückt werden, weil abends alle Schalen verkauft seien. Dies zeigt die Beliebtheit regionaler Beeren. Der Import mag zwar nicht nachhaltig sein, den Rheintaler Bauern scheint er zumindest nicht zu schaden.

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