Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Die Stille

Garten
Bert Stankowski
Tief hängen die Raureifäste über dem Teich. Oft sind es nur Stunden oder auch Minuten, bis die Pracht verschwindet. Zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein, ist wichtig. (Bild: Bert Stankowski)

Tief hängen die Raureifäste über dem Teich. Oft sind es nur Stunden oder auch Minuten, bis die Pracht verschwindet. Zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein, ist wichtig. (Bild: Bert Stankowski)

«Die grössten Ereignisse, das sind nicht unsere lautesten, sondern unsere stillsten Stunden», sagte Friedrich W. Nietzsche (1844 – 1900).Auf meinen Gartenbeeten liegt eine Schneeschicht, mein Gartenteich ist ein­gefroren und meine Schildkröten schlummern im Keller einem schönen, sonnigen Frühling entgegen. Aber was läuft unter dem Eis, unter dem Schnee, bei den eingegrabenen Schildkröten im Keller. Eis und Schnee sind isolierende Schichten gegen tiefen Frost. Bestens geeignet, um die Lebewesen im Boden und in der Laubschicht, sowie das Wurzelwerk der Pflanzen zu schützen. Unsere überwinternden Stauden und Gräser haben sich in ihren ausdauernden Wurzelstock zurückgezogen. Solange es die Temperatur erlaubt, treiben sie weiterhin Wurzeln ins sie umgebende Erdreich und machen sich bereit für einen explosiven Start in den Frühling.

Bei den Tieren finden wir zweierlei Methoden, den Winter durchzustehen: Einige halten Winterschlaf. Andere machen einfach weiter wie bis jetzt. Sie zersetzen die organischen Abfälle an der Grenzschicht zwischen Boden und Schneedecke. Sie ernähren sich von trockenen Blättern, Holzresten, rottenden Grashalmen und Pilzen. Einige sind sogar jetzt auf der Jagd, fressen andere Kleinstlebewesen wie Larven, Milben, Springschwänze und Schneckeneier: Opportunisten. Sie nehmen, was ihnen vor die Kiefer kommt. Wird es an der Oberfläche zu ungemütlich, ziehen sie sich einfach tiefer ins Erdreich zurück. Nimmt der Schnee ab, nimmt die Kälte zu. Also das Dümmste ist, den Schnee zu entfernen, um den Boden aufzuwärmen!

Übrigens störe ich meine Schildkröten in ihrem Quartier auch nicht. Sie haben sich oberflächlich eingegraben und anschliessend die Körperfunktionen so stark gesenkt, dass ihre Atmung nur noch minimal arbeitet, das Herz langsamer schlägt und Bewegungen durch Störungen sehr viel Energie brauchen. Selber leben sie momentan nur von ihren Fettreserven. So wie die ­vielen Tiere, die draussen einen Winterschlaf halten, auch.

Auch das Eis auf dem Teich hat isolierende Funktion. Die Wassertemperatur fällt nicht unter 4° C, sonst würde das Eis ­dicker und dicker. Tiere wie Wasserinsekten, Fische und Frösche sind weiterhin im Teich. Einige sind eingegraben im Mulm, andere frei schwimmend. Alle benötigen sie Sauerstoff zur Atmung. Hier ergibt es darum Sinn, einige Stellen des Teiches eisfrei zu halten, um den Gasaustausch in Gang zu halten. Bündel von Schilf, die man senkrecht ins Wasser stellt, oder grössere Holzstücke, die auf der Oberfläche schwimmen, sind da sehr verdienstvoll.

Bert Stankowski

Weisslingen

www.hostako.npage.eu

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.