Die Singgemeinschaft singt Bach

ALTSTÄTTEN/OBEREGG. Am Samstag, 17. Dezember, um 20 Uhr werden in der evangelisch-reformierten Kirche Altstätten Johann Sebastian Bachs Kantaten I bis III aus seinem legendären «Weihnachtsoratorium» zu hören sein.

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Bei der Probe am Samstag: Die Rheintalische Singgemeinschaft bereitet sich auf ihr grosses Konzert vor. (Bild: Monika von der Linden)

Bei der Probe am Samstag: Die Rheintalische Singgemeinschaft bereitet sich auf ihr grosses Konzert vor. (Bild: Monika von der Linden)

Unter der Leitung von Karl Hardegger musizieren die Kammerphilharmonie Bodensee-Oberschwaben und die Rheintalische Singgemeinschaft. Solistisch in Erscheinung treten Andrea Lang, Sopran, Angela Göldi, Alt, Neal Banerjee, Tenor, und Stefan Vock, Bassbariton. Das Konzert wird am Sonntag, 18. Dezember, 17 Uhr, in der katholischen Kirche Oberegg wiederholt.

Nach den erfolgreichen Aufführungen von Mendelssohns «Lobgesang» im März dieses Jahres erarbeitet nun die Rheintalische Singgemeinschaft unter der Leitung von Karl Hardegger einen Klassiker des Barocks, das Weihnachtsoratorium von J. S. Bach (1685 – 1750). Das Weihnachtsoratorium (BWV 248) ist eine Zusammenfassung von sechs Kantaten, die Bach im Jahre 1734 für die Weihnachtszeit – das heisst für die drei Weihnachtstage, den Neujahrstag, den Sonntag nach Neujahr und das Epiphaniasfest – geschrieben und im jeweiligen Gottesdienst aufgeführt hat.

Textquellen sind die Bibel (das Lukas- und das Matthäus-Evangelium) für den Evangelisten-Bericht (Tenor-Solo) und für Chorsätze, weiterhin Kirchenlied-Texte von Paul Gerhardt, Martin Luther und Johann Rist für die Choräle sowie schliesslich freie geistliche Dichtungen für Chöre, Rezitative und Arien. Der Textdichter ist unbekannt, vermutlich handelt es sich um Bachs Lieblingstextdichter Christian Friedrich Henrici, genannt Picander. «Jauchzet, frohlocket, auf, preiset die Tage» – so drückt der Eingangschor der ersten Kantate die Freude über die Ankunft Christi aus. Die feierliche Stimmung des jubelnden Chores erstrahlt in der glänzenden Tonart D-Dur und wird vom schallenden Klang der Trompeten und Pauken festlich überhöht. Die zweite Kantate «Und es waren Hirten in derselbigen Gegend» wird durch eine ausgedehnte Sinfonia in G-Dur eingeleitet, die zu den schönsten Instrumentalsätzen Bachs überhaupt zählt.

In der dritten Kantate wird der Weg der Hirten nach Bethlehem beschrieben, die irdische Freude der Hirten.

Diese werden nicht mehr «hirtenhaft» pastoral, sondern als Vertreter aller Menschen verstanden, die dem Gottessohn und der Majestät Gottes begegnen und huldigen: «Herrscher des Himmels, erhöre das Lallen.»

Die Abendkasse öffnet in Altstätten um 19 Uhr, in Oberegg um 16 Uhr, also je eine Stunde vor Konzertbeginn. (pd)