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Die Schönheit des Morbiden

Manchmal frage ich mich: Was macht eigentlich einen Garten aus? Ist es die Blütenfülle, das Licht- und Schattenspiel?
Bert Stankowski
So altert ein Kürbis und vergeht langsam. (Bild: Bert Stankowski)

So altert ein Kürbis und vergeht langsam. (Bild: Bert Stankowski)

Manchmal frage ich mich: Was macht eigentlich einen Garten aus? Ist es die Blütenfülle, das Licht- und Schattenspiel? Der perfekt gepflegte Englische Rasen? Sowohl als auch würde ich sagen. Aber das Wichtigste ist das Alter! Ein alternder Garten hat zeitliche Wechsel hinter sich, die von uns meist nicht mehr nachvollziehbar sind.

Ein gutes Bespiel geben die Hortensienblüten. Zu Beginn grün, wechseln sie über ihre normale Farbe hin wieder zu grün. Langsam wird dieses Grün fleckig und beginnt in Braun und Grau zu altern. Zeitiger Raureif ziert die Ränder dieser Blütenblätter mit eisigen Spitzen, und der erste Schnee setzt ihnen weisse Kappen auf. Diese Blüten nehmen auch bei schlechter Wit­terung kaum Schaden und sehen auch vertrocknet gut aus. Dies haben sich Züchter zunutze gemacht und es gibt heute Ris­penhortensien, die, umso älter sie werden, von Weiss über Rosa bis ins dunkle Purpurrot wechseln!

Oder denken wir an einen Park mit Bäumen. Je älter, mächtiger und borkiger sie sind, desto mehr machen sie auf uns Eindruck. In ihrem Schatten auszuruhen, vor einem Regenschauer unterzukriechen oder dem Rauschen des Windes in ihrem Blätterdach zu lauschen, erst ihr Alter macht solche stimmungsvollen Erlebnisse möglich. Ich habe einmal ein Experiment gestartet. Bei einigen Kürbissen auf dem Feld fiel mir auf, dass Schadstellen und Fäulinisspots eine neue, interessante Farbe bekamen. Schnell wandern solche Kürbisse auf den Kompost. Ich «rettete» eines dieser Exemplare vor dem Misthaufen und beobachtete, fotografierte und dokumentierte seine «Vergehe».

Er wurde nicht hässlicher, sondern immer schöner und bunter. Die empfundene Faszination durch diesen Kürbis habe ich mir bewahrt, obwohl er nun schon lange verrottet ist. Ich sehe vermooste Treppen, rostige Gartentorbeschläge, Alpengestein mit jahrtausendealten Flechten und verwelkende Rosen nun mit ganz anderen Augen. Mit der Faszination für die Schönheit des Mor­biden!

Schauen Sie sich um, offenen Auges und mit meiner Sichtweise, Sie werden staunen!

Bert Stankowski

Weisslingen

www.hostako.npage.eu

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