Die schnellsten Geschwister

Am letzten Städtlilauf rangierten Daniel und Simone Thür als schnellste Rheintaler. Beide nehmen morgen (ab 15.10 Uhr) wieder am Lauf teil – die Leistungen zu egalisieren, ist dennoch unmöglich.

Samuel Tanner
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Laufsport. Als Daniel Thür letztes Jahr mit den anderen Elite-Läufern am Start des 25. Städtlilaufs stand, wusste er: «Ich bin nicht in Topform.»

Ähnlich ging es Simone Thür: Der Lauf durch die Altstätter Gassen ist für die Hinterforsterin stets mit grosser Nervosität verbunden.

Kaum zusammen gefeiert

Der 23-jährige Daniel startete dann aber gut. Lief von Anfang an vorne mit und büsste erst nach der Rennhälfte etwas Tempo ein. Schliesslich wurde er Zwölfter.

Simone, seine um ein Jahr ältere Schwester, lief ein einsames Rennen, kämpfte vor allem mit sich selbst und belegte am Ende den sechsten Rang. Was beide gemeinsam hatten: Sie rangierten als schnellste Rheintaler – was am Städtlilauf eine prestigeträchtige Auszeichnung ist. «Zusammen gefeiert haben wir jedoch kaum – ich habe erst später realisiert, was wir erreicht hatten», sagt Simone.

Die schnellsten Geschwister des Rheintals haben früh mit dem Laufsport begonnen. «Das Umfeld hat sicher einen grossen Anteil an unserer Begeisterung», sagt Daniel Thür. So war Vater Alex einst Waffenläufer – noch heute trainiert er die Läufergruppe «Donnschtig-Hüpfer», denen auch Daniel angehört. «Am wichtigsten ist aber die Freude am Laufen», sagt Simone.

«Dann hätte ich noch gewartet»

Den Titel-Erfolg aus dem letzten Jahr zu egalisieren, ist morgen trotz guter Vorbereitung nicht möglich: Simone Thür heisst mittlerweile nämlich Michlig-Thür. Sie hat geheiratet und ist nach Liechtenstein gezogen. Weil die 23-Jährige nicht mehr im Tal wohnt, fällt sie aus der Anwärter-Liste für «da schnällscht Rhintaler». «Hätte ich das früher realisiert, wäre ich zwei Monate später umgezogen», sagt sie und schmunzelt. Ihr Ziel bleibt dieses Jahr trotzdem, die Konkurrentinnen aus dem Rheintal zu schlagen. Auch wenn es keinen Titel mehr gibt.

Und Daniel? Er gibt sich kämpferisch: «Ich werde auf Risiko laufen. Ein Top-Ten-Platz wäre toll.» Und natürlich will auch er wieder schnellster Rheintaler werden.

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