Die Säcke lagen schon bereit

Pfingsten fiel regelrecht ins Wasser. Ende Woche rechneten die Wetterdienste mit so viel Regen, dass sie vor Hochwasser warnten. In Rüthi stellte man Sandsäcke bereit.

Max Tinner
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RÜTHI. Ende letzter Woche wurden vom Säntis 176 Liter Regen pro Quadratmeter gemeldet – innert nur 24 Stunden. Weil mit weiterem, teils intensivem Regen gerechnet wurde, sprachen die Wetterdienste Unwetterwarnungen aus – fürs Rheintal eine Regenwarnung der Stufe 3 (erhebliche Gefahr) und eine Hochwasserwarnung der Stufe 2 (mässige Gefahr). Tatsächlich schwollen die Rheintaler Gewässer dann in der Nacht auf Samstag an. Besonders Rietaach und Binnenkanal führten viel Wasser. Im Binnenkanal blieb zwar meistenorts noch ein halber Meter oder mehr Freiraum. In Rüthi auf Höhe des Gasthauses Kamor allerdings drohte der Kanal überzulaufen. Das Wasser stand am Samstagmittag nur wenige Zentimeter unter der Uferkrone.

Die Feuerwehr hatte vorsorglich Sandsäcke bereitgestellt. Einige Paletten voll standen auf der Strasse, damit eine erste Lage Säcke unverzüglich hätte ausgelegt werden können. Auf einem vor der Halle der Schneider Korbwaren abgestellten Lastwagenanhänger hielt man weitere Paletten mit Sandsäcken in Reserve. Benötigt wurden sie dann doch nicht. Bis Pfingstsonntag-Mittag ging das Wasser zurück, auch beim Zusammenfluss von Rietaach und Binnenkanal. Zu einer Katastrophe wie Anfang Juni vor drei Jahren in Rüthi und Widnau kam es also glücklicherweise nicht. Die Voraussetzungen waren allerdings auch anders. 2013 hatte es schon viel länger geregnet, so dass die Böden an den Hängen ob dem Rheintal wassergesättigt waren und viel mehr Wasser abfloss als nun über Pfingsten.

Dass es zumindest Ende letzter Woche aber vor allem bei uns regnete und andernorts – im Besonderen im Bündnerland – viel weniger, sah man am Samstagmittag am Rhein bei Rüthi, wo die Kiesbänke bei weitem noch nicht überspült waren.