«Die Rhenusana ist kerngesund»

RHEINTAL. Gemäss einer Liste des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) stiegen bei der Rheintaler Krankenkasse Rhenusana die Verwaltungskosten in den letzten drei Jahren erheblich. Rhenusana-Geschäftsführer Sepp Hutter relativiert die Zahlen.

René Schneider
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Sepp Hutter, Geschäftsführer Krankenkasse Rhenusana. (Bild: pd)

Sepp Hutter, Geschäftsführer Krankenkasse Rhenusana. (Bild: pd)

Sepp Hutter, warum stieg bei der Rheintaler Rhenusana das Verhältnis von Verwaltungskosten zu Prämien innert dreier Jahre von 6 auf 7,5 Prozent?

Sepp Hutter: Die Verwaltungskosten in der Tabelle des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) sind nicht miteinander vergleichbar. Daraus zu folgern, dass die Rhenusana teuer in der Verwaltung wäre, ist somit ein falscher Schluss. Im Gegenteil: Die Prämien liegen gemäss BAG im ersten Drittel.

Warum stiegen die Verwaltungskosten pro Mitglied von 141 auf 189 Franken, also um 34 Prozent?

Hutter: Die Tabelle Verwaltungskosten der Krankenversicherer in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung muss richtig gelesen werden. Die Zahlen der aufgelisteten Krankenversicherer sind nicht miteinander vergleichbar. Die Liste enthält Krankenversicherer, die nur KVG (Krankenversicherung), oder nur VVG (Zusatzversicherungen) oder beides anbieten. Die Rhenusana bietet beides an.

Das klingt kompliziert.

Hutter: Wer KVG anbietet, muss dem BAG (Bundesamt für Gesundheit) finanzielle Rechenschaft ablegen. Wer VVG anbietet, muss der Finma (Eidgenössische Finanzmarktaufsicht) finanzielle Rechenschaft ablegen. Das sind zwei verschiedene Geschäftszweige und somit zwei verschiedene Bilanzen. Die Tabelle des BAG gibt nur einen Teil der Verwaltungskosten und nicht die effektiven an.

Die Tabelle zeigt nur einen Teil der Zahlen?

Hutter: Ja, nur ein Teil der Kosten ist abgebildet. Wer KVG und VVG anbietet, schickt die KVG-Bilanz dem BAG und die VVG-Bilanz an die Finma. Der Verteilschlüssel variiert von Krankenversicherer zu Krankenversicherer und ist untereinander nicht einsehbar. Die gesamten Verwaltungskosten werden zwischen diesen beiden Geschäftszweigen aufgeteilt.

Und wer bestimmt die Aufteilung?

Hutter: Die Aufteilung bestimmt der Krankenversicherer. Ein Vergleich der Verwaltungskosten untereinander ist somit wenig aussagekräftig. Dies zeigt die Spanne von Verwaltungskosten zwischen drei und vierzehn Prozent in der BAG-Tabelle. Ausserdem gibt es Krankenversicherer, die wie die Rhenusana KVG und VVG anbieten, die Rechnungsführung aber nicht unter einem Dach, sondern unter mehreren Gesellschaften oder Holdings abwickeln.

Gemäss der Liste mit den 61 Kassen gehört die Rhenusana bezüglich Kosten pro Mitglied zu den zwölf teuersten. Stimmt das nicht?

Hutter: Dass die Rhenusana hohe Verwaltungskosten ausweise, kann aus der Liste nicht gefolgert werden. Im Gegensatz zu anderen Versicherern verfügt sie weder über Call-Centers, zahlt keine überrissenen Löhne, hat kein Filialnetz, sondern nur zwei Standorte, hat einen Miliz-VR, ist als Verein organisiert und besitzt keine eigenen Immobilien.

Stiegen also die Verwaltungskosten in den letzten drei Jahren nicht?

Hutter: Die allgemeine Behauptung der explodierenden Verwaltungskosten entspricht nicht der Realität. Sie machen bei der Rhenusana bloss 5,6 Prozent der Prämie aus. Die restlichen 94,4 Prozent werden für Arzt- und Spitalrechnungen der Versicherten ausgegeben. Relevant für die Versicherten ist, dass wir bei den Prämien gemäss BAG im ersten Drittel liegen.

Was zeichnet die Rheintaler Krankenkasse Rhenusana aus?

Hutter: Die Rhenusana macht faire Geschäfte. Sie setzt deshalb auf persönliche Beratung. Jeder Versicherte findet bei uns offene Türen und Ohren und kann seine Fragen stellen. Wir sind es gewohnt, unseren Kunden in die Augen zu schauen. Als Verein haben wir eine Mitgliederversammlung, an der jedes Mitglied direkt Auskunft bekommen kann. Die Rhenusana ist eine kerngesunde Krankenkasse. Bei den Reserven liegen wir gemäss BAG bei 213 Prozent. Dies entspricht ebenfalls einem Platz im ersten Drittel.

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