Die Rheininsel und ihr Verkehrsproblem

«Baugesuch Fahrmaadhof»

Walter Benz-Omlin Bitziweg 13, Diepoldsau
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Es ist schön, dass das Ziel der Diepoldsauer Behörden ist, eine sehr hohe Lebens- und Wohnqualität zu erhalten. Doch nun zum (selbst gemachten) Verkehr: Über das Baugesuch Fahrmaadhof wurde bereits alles geschrieben. Ja, es mutet schon sonderbar an, dass der Verkehr durchs Dorf auf der Tram- und Hohenemserstrasse von den Gemeindebehörden angeprangert wird, auf den Quartierstrassen mit viel Aufwand 30er-Zonen eingerichtet werden (was sehr zu begrüssen ist), aber anderseits an der Peripherie des Dorfes Grossprojekte ungehindert entstehen können. Grossprojekte, die quer durchs Dorf viel motorisierten Mehrverkehr und somit eine Gefährdung des Langsamverkehrs und unnötigen Lärm nach sich ziehen.

Ich denke da nicht nur an das Projekt von Stefan Britschgi, sondern auch an die geplante Investoren-Grossüberbauung auf dem Areal der ehemaligen Röhrenfabrik Lehner-Frei AG an der Plattenstrasse. Es ist eine Tatsache, dass in unserer Zeit Bauern Grosstraktoren haben, die es mit jedem anderen Gefährt innerorts locker aufnehmen können. Gut beobachten kann man das auf der Rampe zur Rietbrücke und auf der Brücke selber.

Ja, Zeit ist Geld für (fast) jeden, der diese Strecke wählt; mir jedenfalls wird es jeweils fast schwindlig, wenn diese Traktorenungetüme einem zu Fuss oder per Velo da überholen. Warum da 80 km/h erlaubt sind, verstehe ich nicht. Eigentlich müsste auch ein Überholverbot gelten, mit doppelter Sicherheitslinie. Dies habe ich der Verkehrskommission bereits vor längerer Zeit kundgetan. Dagegen geht es auf der Hauptstrasse über die Schrägseilbrücke gerade zivilisiert zu und her. Auch jetzt in der Bauphase. Erinnern wir uns aber auch zurück, da zügelten 60er- und 50er-Schilder das Tempo. Warum auf der Oberrieterstrasse in Richtung Rampe nicht Tempo 50 durchgehend und auf der Brücke Tempo 30 gilt, ist mir ein Rätsel. Eigentlich habe ich nichts gegen den Verkehr, fahre doch auch ich Auto. Im benachbarten Ausland gibt es Strecken, da gilt sogar auf zweispurigen Autobahnen bei hohem Verkehrsaufkommen Tempo 80 und Überholverbot für Lastwagen; und es funktioniert. Das Wundervolle ist, man kommt sogar schneller vorwärts, als wenn all die Asphalt-Cowboys ihrer Lust frei frönen können. Gerne hätte ich von unseren Gemeindebehörden, aber auch von den Kantons- und Polizeibehörden einmal eine nachvollziehbare Erklärung dafür, warum bei uns nicht geht, was im Ausland funktioniert. Müssen denn dem motorisierten Verkehr innerhalb der Dörfer unbedingt Vorteile verschafft werden? Mit Zeitersparnis jedenfalls kann das nicht begründet werden, so viel vorweg. Einzig mit Fahrspass pur! Ich meine, Sicherheitsaspekte müssten Vorrang haben. Oder wird gewartet, bis ein Unfall mit tödlichen Folgen passiert? Fahren doch da des Öfteren ganze Schulklassen mit Kindern hin und her – vielleicht könnte davon auch die Lehrerschaft ein Liedchen singen?

Walter Benz-Omlin Bitziweg 13, Diepoldsau