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Die Realistin auf dem Eis

EISKUNSTLAUF. Die Eiskunstläuferin Christina Niederer wechselte ihren Trainer und den Club. Nun tritt sie an diesem Wochenende an der Schweizer Meisterschaft an – mit neuer Motivation.
Raya Badraun
Die 18-jährige Christina Niederer hat kaum mehr Platz für ihre vielen Auszeichnungen. (Bild: David Suter)

Die 18-jährige Christina Niederer hat kaum mehr Platz für ihre vielen Auszeichnungen. (Bild: David Suter)

Christina Niederer ist Realistin. Die 18-Jährige träumt weder von einer Olympia- noch von einer WM-Medaille. «Dafür hätte ich bereits mit drei Jahren mit dem Training beginnen müssen», sagt die Gymnasiastin. «Mein Ziel war es als Kind aber nie, Spitzensport zu betreiben.» Stattdessen hat sie ihre ersten Trainingsstunden erst mit acht Jahren besucht. Ihre russische Mutter Ludmilla Niederer lacht beim Gedanken daran: «Ihr ging es damals vor allem um die schönen Kleider, die die Eiskunstläuferinnen trugen.» In den ersten Jahren tanzte Christina Niederer parallel dazu und wurde im Latein- und Standardtanz Schweizer Juniorenmeisterin. War der Sport für sie als aktives Kind vor allem ein Zeitvertreib, wurde sie je länger, je ehrgeiziger.

Mit 14 Jahren fokussierte sie sich schliesslich ganz auf das Eiskunstlaufen und trat als Tänzerin zurück. «Auf dem Eis ist für mich die Herausforderung grösser», sagt Niederer, die mit ihren Eltern in Rorschacherberg wohnt. «Zudem liebe ich die Sprünge.» Heute trainiert sie sechsmal pro Woche. Dass sie Schule und Sport trotz des grossen Aufwands unter einen Hut bringt, habe sie ihren verständnisvollen Lehrern am Gymnasium Untere Waid in Mörschwil zu verdanken. So ist sie in mehreren Nebenfächern, etwa Turnen, vom Unterricht befreit. Fehlt sie zwischendurch auch in anderen Lektionen, bringt ihr ihre Freundin Melanie Spira das Schulmaterial nach Hause. «Dies ist aber nur mit guten Noten möglich», sagt Niederer. Probleme beim Lernen hatte sie indes nie. «Ich fasse den Stoff sehr schnell auf.»

«Alles ist professioneller»

Trotz ihrer Freude am Sport machte Niederer in diesem Herbst eine Krise durch. «Ich wusste nicht, ob ich alles ändern oder ganz aufhören soll», sagt die 18-Jährige. Ihre bisherige Trainerin riet ihr schliesslich, den Club aufgrund ihres anstehenden Studiums zu wechseln. So absolvierte sie Mitte November eine Schnupperwoche in der Skate Academy in Oerlikon. «Es ist wie Tag und Nacht», sagt Niederer, die früher für den Eislaufverein Mittelrheintal antrat. «In Oerlikon ist alles professioneller.» Die Trainings neben dem Eis sind organisiert, die Absprachen zwischen den Trainern funktionieren, und in ihrem neuen Club gehört sie nicht mehr zu den Besten. Sieht Niederer nun Stéphane Lambiel oder Sarah Meier auf dem Eisfeld trainieren, treibt sie das zusätzlich an. «Der Wechsel gab mir einen neuen Motivationsschub», sagt Niederer.

Die ersten Erfolge liessen nicht lange auf sich warten. Am Swiss Cup in Zürich, der gleichzeitig auch die Zürcher Meisterschaft bedeutete, gewann Niederer sowohl Gold als auch den Titel. «Das war ein Geschenk für mich», sagt Niederer, die in diesem Frühling bereits Ostschweizer Meisterin geworden ist. Mit 113,22 Punkten, was eine persönliche Bestleistung bedeutete, wurde sie zudem für die dieses Wochenende stattfindende Schweizer Meisterschaft in die beste Einlauf-Gruppe eingeteilt.

Fünf Dreifachsprünge als Ziel

Für ihre ersten Elite-Titelkämpfe setzt sich Niederer keinen Rang zum Ziel. Stattdessen will sie in Lugano ein perfektes Programm zeigen. Das passt zu ihr. «Ich stecke mir Ziele, die ich aus eigener Kraft umsetzen kann», sagt die junge Eiskunstläuferin. So hofft sie nicht auf Titel und Medaillen, sondern will dereinst alle fünf Dreifachsprünge schaffen. «Das ist realistisch», sagt Niederer. «Eine gute Platzierung hingegen ist vor allem auch von den Leistungen der Konkurrentinnen abhängig.» Und bei einem starken Auftritt kommen die Medaillen ohnehin von selbst.

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