Die Rarität im Schulhaus-Keller

Im Walzenhauser Schulhaus Wilen schlummert mit einer alten Handstickmaschine eine Rarität. Vielleicht hat das Ungetüm eine Zukunft.

Peter Eggenberger
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Seit bald dreissig Jahren liegt die wuchtige Handstickmaschine mit der Fabrikationsnummer 28502 im Walzenhauser Schulhaus Wilen. (Bild: Peter Eggenberger)

Seit bald dreissig Jahren liegt die wuchtige Handstickmaschine mit der Fabrikationsnummer 28502 im Walzenhauser Schulhaus Wilen. (Bild: Peter Eggenberger)

WALZENHAUSEN. Unter der Ägide von Gemeindehauptmann Hugo Knoepfel entstand in den Jahren 1986 bis 1988 die gut 350 Seiten umfassende Walzenhauser Chronik. Parallel zur Aufbereitung der Ortsgeschichte wurden viele Gegenstände, Bilder, Urkunden usw. aus früheren Tagen gesammelt und im Schulhaus Wilen eingelagert. Gewichtigstes Stück war die Stickmaschine, die der Gemeinde von Familie Looser-Fässler im Leuchen überlassen wurde. Jakob Looser gehörte seinerzeit zu den letzten Stickern Walzenhausens.

Stickereifabrikant Jüstrich

Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 gab es in Walzenhausen eine ganze Reihe von Stickfabriken und Einzelmaschinen in Privathäusern. Zu den grossen Stickereifabrikanten gehörte ab 1908 auch der von Berneck zugezogene Tobias Jüstrich, der den Betrieb von August Kellenberger im Unterdorf käuflich erwarb. Als Folge der grossen, die gesamte Schweizer Textilindustrie erfassenden Krise wandelte Sohn Ulrich das Unternehmen im Jahre 1930 in eine Bürstenfabrik um, was zugleich die Gründung der heutigen Firma Just Schweiz AG bedeutete.

«Würde gut passen»

Heute steht der grosszügige Just-Neubau vor seiner Fertigstellung, und hier ist unter dem Motto «Just-Erlebniswelt» unter anderem auch eine Dokumentation der Firmengeschichte geplant. «Grundsätzlich würde die Stickmaschine gut zur Entwicklung unseres Unternehmens passen, und selbstverständlich prüfen wir deren Einbezug in die Präsentation», erklärt Hansueli Jüstrich als Vertreter der Geschäftsleitung und dritten Just-Generation. – «Es gab in der Vergangenheit auswärtige Interessenten für die Handstickmaschine», sagt Gemeindepräsident Hansruedi Bänziger. «Es wäre aber höchst erfreulich, wenn sie bei uns zu neuem Leben erweckt würde, zumal das von der Firma Benninger & Co. in Uzwil hergestellte Arbeitsgerät auch ein gutes Stück Walzenhauser Gemeindegeschichte repräsentiert. Wir schätzen die seitens der Just AG signalisierte Gesprächsbereitschaft und klären derzeit das weitere Vorgehen ab.»