«Die neue Mitte der Stadt»

ALTSTÄTTEN. Heute wird mit einer Einsegnung und einem Tag der offenen Tür das neue Rathaus eröffnet. Gestern fand bereits eine Feier mit geladenen Gästen statt. Eingeladen waren im Besonderen die Gemeinderäte der anderen Rheintaler Gemeinden.

Max Tinner
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Stadtpräsident Ruedi Mattle: «Ein grösseres städtebauliches Projekt dürfte es in Altstätten seit dem Wiederaufbau nach dem Stadtbrand von 1567 nicht gegeben haben.» (Bilder: Max Tinner)

Stadtpräsident Ruedi Mattle: «Ein grösseres städtebauliches Projekt dürfte es in Altstätten seit dem Wiederaufbau nach dem Stadtbrand von 1567 nicht gegeben haben.» (Bilder: Max Tinner)

Der Grossteil der Festgemeinde gestern im neuen Rathaus bestand aus den Räten der anderen Rheintaler Gemeinden. Man hätte auf den Gedanken kommen können, die Altstätter wollten mit ihrem neuen Rathaus den Neid der Nachbarn wecken oder gar eine Gemeindefusion übers ganze Tal schmackhaft machen.

Das grösste Projekt seit 1567

Tatsächlich wollten die Altstätter mit der Einladung vielmehr die partnerschaftliche Zusammenarbeit im Tal unterstreichen. Dass das neue Rathaus aber Ausstrahlung hat und der Gwunder über Altstätten hinaus gross ist, zeigte sich an der Grösse der Delegation der einen oder anderen Gemeinde.

Für Stadtpräsident Ruedi Mattle ist die Fertigstellung der Freihof-Rathaus-Überbauung der Abschluss des zweitgrössten Stadtentwicklungsprojektes seit Bestehen des Städtchens. Grösser war seiner Ansicht nach lediglich der Wiederaufbau nach dem Stadtbrand von 1567.

Kantonsbaumeister Werner Binotto (er ist in Altstätten aufgewachsen und sass der Jury des Projektwettbewerbs vor) verglich den Neubau mit zwei Bauten der vorigen Generation, die das Städtli prägten: das Kaufhaus Modern in der Marktgasse und das vorige Rathaus. Beide Bauten seien nie in den Herzen der Altstätter angekommen. Er selbst sei mit ihnen gross geworden und habe darum anders empfunden. Auch als Architekt habe er sie als besser erachtet, als ihr Ruf gewesen sei. Binotto gestand denn auch ein, dass er zunächst gegen den Abbruch des alten Rathauses gewesen sei. «Da muss erst etwas Besseres kommen», habe er sich damals gesagt.

«Es wird die Herzen finden»

Die von den Architekten Allemann, Bauer, Eigenmann erarbeitete Lösung habe ihn aber überzeugt: «Sie gaben Altstätten eine Erweiterung der Altstadt, wie es sie sonst nirgends in der Schweiz gibt.» Mit der Rathaus-Freihof-Überbauung habe Altstätten einen neuen Stadteingang bekommen – und einen neuen Stadtplatz, welcher für Binotto die neue Mitte der Stadt ist, «keine geometrische Mitte, sondern der Ort, in dem sich die Herzen der Einwohner finden können». Auf ihr neues Rathaus dürfen die Altstätterinnen und Altstätter stolz sein, meinte Werner Binotto, es zeuge von Selbstvertrauen.

Baukultur hochhalten

Architekt Patric Allemann hofft, dass der Bevölkerung das neue Rathaus bald so vertraut ist, als wäre es schon immer da gewesen. Gleichwohl ist die Fertigstellung der Überbauung für ihn nur ein Meilenstein in einem fortlaufenden Prozess. Die Entwicklung einer Stadt ist für ihn nie abgeschlossen, geht immer weiter. Die Baukultur sei dabei hochzuhalten, mahnte Allemann: «Das ist erste Bürgerpflicht und wichtig für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.»

Einweihung Rathaus und Rathausplatz, heute Samstag: 11 Uhr Einsegnung, 11.30 bis 18 Uhr freier Rundgang durchs Rathaus, 14 Uhr Einweihung Bushof, 14.30 und 15.30 Uhr Führungen ums Rathaus mit Architekt Patric Allemann, Kantonsbaumeister Werner Binotto, Landschaftsarchitektin Rita Mettler.

Architekt Patric Allemann: «Baukultur hoch zu halten ist Bürgerpflicht.»

Architekt Patric Allemann: «Baukultur hoch zu halten ist Bürgerpflicht.»

Die Rüthner Gemeinderäte Monika Eggenberger und Richard Wenk mit Kantonsratspräsident Markus Straub.

Die Rüthner Gemeinderäte Monika Eggenberger und Richard Wenk mit Kantonsratspräsident Markus Straub.

Musikschüler von Andrea Mannhart von der Musikschule Oberrheintal umrahmten die Feier.

Musikschüler von Andrea Mannhart von der Musikschule Oberrheintal umrahmten die Feier.

Hatten schon mit dem Rathausprojekt zu tun: Die früheren Stadtschreiber Marc Gattiker und Robert Haller.

Hatten schon mit dem Rathausprojekt zu tun: Die früheren Stadtschreiber Marc Gattiker und Robert Haller.

Werner Binotto: «Das neue Rathaus wird die Herzen der Altstätter gewinnen.»

Werner Binotto: «Das neue Rathaus wird die Herzen der Altstätter gewinnen.»

Der neue Rathausplatz trägt ihre Handschrift: Rita Mettler.

Der neue Rathausplatz trägt ihre Handschrift: Rita Mettler.

Die früheren Stadtpräsidenten Anton Stadler und Josef Signer. Auch Daniel Bühler sah man unter den Gästen.

Die früheren Stadtpräsidenten Anton Stadler und Josef Signer. Auch Daniel Bühler sah man unter den Gästen.

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