Die Natur mit Weitsicht geniessen

Der Naturschutzverein Am Alten Rhein hat die Wettbewerbsjury überzeugt: Sein Projekt eines Beobachtungsturms am Alten Rhein wird von der St. Galler Kantonalbank finanziell unterstützt. Jetzt beginnt für den Verein die detaillierte Planung – auch die finanzielle.

Linda Müntener
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ALTENRHEIN. Ein Beobachtungsturm am Ufer des alten Rheinlaufs – das ist die Vision des Naturschutzvereins Am Alten Rhein. Eine Idee, die die Jury des Projektwettbewerbs anlässlich des 150-Jahr-Jubiläums der St. Galler Kantonalbank überzeugt hat. Sie hat das Projekt neben 36 weiteren ausgewählt. «Wir freuen uns wahnsinnig», sagt Vorstandsmitglied und Initiant Roland Stieger.

Kosten ab 140 000 Franken

Das Projekt «Weitsicht am Alten Rhein» ist das einzige aus der Region Rorschach, das die Wettbewerbsjury überzeugt hat. Der Verein plant am beliebten Spazierweg des Alten Rheins einen etwa 12 bis 15 Meter hohen, schlanken Turm mit einem Treppenaufgang zu einer gedeckten Beobachtungsplattform. Diese dürfte nicht nur einheimische Spaziergänger, Ornithologen und Fotografen anziehen, sondern auch Touristen, sagt Stieger. Zur Beobachtung werden Gucklöcher auf verschiedenen Höhen angebracht. Es bietet sich ein weiter Blick über die Vogelinseln und Schilfufer am Alten Rhein, bis weit hinaus zur Mündung am Bodensee. Der Verein hat zwei erste Entwürfe ausgearbeitet, eine Holzversion und eine Metallversion. «Die Detailplanung beginnt jetzt», sagt Stieger. Auch die finanzielle: Der Verein hat provisorische Budgets erstellt. Die günstigste Variante kostet 140 000 Franken, die teuerste 350 000 Franken. Die Bank teilt mit, die Gewinnerprojekte mit je maximal 100 000 Franken zu unterstützen. Wie viel Geld der Naturschutzverein für sein Turmprojekt erhalten wird, ist noch offen. In den kommenden Tagen werde sich ein Jurymitglied mit ihm in Verbindung setzen, sagt Stieger. «Wir werden in jedem Fall zusätzlich Sponsoren suchen müssen.»

Ziel: Eröffnung im Jahr 2018

Der Sieg beim Projektwettbewerb ist der erste Schritt auf dem Weg zur Realisierung, der laut Stieger langwierig werden könnte. Knackpunkt ist die Baubewilligung. Der Eigentümer des Grundstücks habe sein Einverständnis zwar bereits gegeben, da der Turm nahe am Wasser gebaut wird, werden die Auflagen in Sachen Naturschutz aber streng sein. Hinzu kommen umfassende Sicherheitsmassnahmen, da die Beobachtungsplattform auch für Kinder zugänglich sein soll. Ziel ist die Eröffnung des Beobachtungsturms im Jahr 2018. Der Initiant ist zuversichtlich. «Das gibt eine schöne Sache, von der Jung und Alt profitieren werden.»