Die Nationalliga B lockt

Der Schachclub Rheintal hat alle sieben Meisterschaftsrunden gewonnen. Am 23. Oktober steht das NLB-Aufstiegsspiel gegen Luzern II auf dem Programm.

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Robert Sandholzer hat als einziger Rheintaler alle sieben Runden bestritten und keine einzige Niederlage erlitten. (Bild: pd)

Robert Sandholzer hat als einziger Rheintaler alle sieben Runden bestritten und keine einzige Niederlage erlitten. (Bild: pd)

Schach. In der siebten und letzten Runde der Schweizerischen Mannschaftsmeisterschaft traf der Schachclub Rheintal auf Schlusslicht Zimmerberg. Die Rheintaler standen mit dem Punktemaximum zu Buche, die Zürcher, benannt nach der Hügelkette am linken Zürichseeufer, konnten dem Abstieg nicht mehr entgehen. Eine klare Sache also? Eben nicht! Die Rheintaler waren von grossen Personalproblemen geplagt und mussten mehrere Kaderleute mit Spielern aus der zweiten Mannschaft ersetzen. Erschwerend kam hinzu, dass Zimmerberg eine taktische Mannschaftsaufstellung wählte.

Ihre drei stärksten Spieler trafen ausgerechnet auf die Lückenbüsser. Am grössten war das Missverhältnis am dritten Brett, wo Erwin Frei 346 Wertungspunkte weniger auf die Waage brachte als sein Gegner. Der Rheintaler wehrte sich nach Kräften, konnte die weisse Initiative jedoch nicht eindämmen und musste im 26. Zug kapitulieren. Bereits vorher hatte Benjamin Rohner gegen Jean-Pierre Monsch die Waffen strecken müssen. Seine Dame war auf Abwege geraten und hatte nicht mehr an den häuslichen Herd zurückgefunden.

Kurt Kaufmann geriet mit seinem Franzosen ebenfalls unter Druck und büsste das Rochaderecht ein. Nach und nach konnte er sich jedoch befreien und ein Gegenspiel am Damenflügel aufziehen. Froh, aus dem Gröbsten heraus zu sein, offerierte er in bereits besserer Stellung die Punkteteilung.

Wackliges Unentschieden

An den Brettern fünf und sechs lagen die Elo-Vorteile auf Seiten der Rheintaler, trotzdem war ihnen je ein Bauer abhanden gekommen.

Ruedi Affeltranger konnte den Bauern zurückerobern und mit beiden Türmen auf der siebten Reihe eindringen. zum Partiegewinn reichte es aber nicht ganz. Marcel Schneider verteidigte seine ramponierte Stellung wie ein Löwe. Nach viereinhalb Stunden hartnäckiger Verteidigungsarbeit erwies sich der Mehrbauer des Zürchers als wertlos und die Partie endete ebenfalls unentschieden.

Spitzenbretter ohne Probleme

An den Spitzenbrettern waren die Rheintaler ihren Kontrahenten deutlich überlegen. Rainer Bezler setzte das Brett im 16. Zug mit einem doppelten Bauernopfer in Flammen. Wenig später erhielt er seinen Einsatz mehrfach zurück. Nach einem Qualitätsgewinn wehrte er alle Nadelstiche von Alexander Brunschwiler geschickt ab und fuhr den Punkt ein. Am Spitzenbrett brachte sich der Gegner von Robert Sandholzer selbst in Gefahr.

Nach einem überstürzten Bauernvorstoss fiel der weisse Damenflügel komplett auseinander und Sandholzer konnte sich zwei Bauern einverleiben. Den Rest wollte sich Julius Selecky dann nicht mehr zeigen lassen.

Gernot Hämmerle scheut weder Risiken noch Komplikationen. Auch in Horgen brach er alle Brücken hinter sich ab und konzentrierte sich voll auf den Angriff. Mit Dame, Läufer und Springer nahm er den schwarzen Monarchen in den Schwitzkasten. Dem Druck gegen seinen König konnte Jakob Bachofen nur noch durch Aufgabe einer Qualität standhalten.

Aber auch das half ihm nicht weiter, denn die Stellung war derart durchlöchert, dass der schwarze Gebieter kein ruhiges Plätzchen mehr fand. (kuk)