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DIE MWST-SÄTZE SINKEN: Die Preise sinken nicht automatisch

Per 1. Januar 2018 sinken zwei der drei Mehrwertsteuersätze. Der Aufwand durch die Umstellung ist für die Unternehmen unterschiedlich gross. Nicht überall werden die Preise sinken.

Vor 22 Jahren wurde die Mehrwertsteuer eingeführt. Gesenkt wurden die drei unterschiedlichen Mehrwertsteuersätze seitdem noch nie. Per 1. Januar sinkt der Normalsatz von 8 auf 7,7 Prozent und der Sondersatz für Beherbergungsleistungen der Hotellerie von 3,8 auf 3,7 Prozent. Mit 2,5 Prozent bleibt der reduzierte Satz für Gegenstände des täglichen Bedarfs (Nahrungsmittel, Bücher, Zeitschriften, Blumen, Pflanzen, Medikamente etc.) gleich. Mit «etwas mehr Aufwand» rechnet Peter Sieber, bei der Bucher AG in Widnau für die Finanzen zuständig.

Baustellen zum Jahresende abrechnen

Grosse Baustellen werde der Gartenbaubetrieb per Ende Jahr abrechnen. Das gebe etwas mehr Arbeit, sei aber machbar, sagt Sieber. In den nächsten Wochen würden zudem die Kassensysteme durch den Software-Lieferanten angepasst. «Da wir in den letzten fünf Jahren keine Preiserhöhungen gemacht haben – trotz Lohnerhöhungen – werden wir die 0,3 Prozent nicht weitergeben», erklärt Peter Sieber und fügt an: «Ein Drittel der Waren sind Pflanzen, da bleibt es sowieso beim Mehrwertsteuersatz von 2,5 Prozent». Über die anstehenden Anpassungen wurde die Bucher AG bereits vor einigen Wochen durch ihr Treuhandbüro sowie den Fachverband informiert.

Brigitte Lüchinger beziffert den administrativen Aufwand für die Anpassung der neuen Sätze im Software-System für alle Geschäftsanwendungen (ERP) für die Lüchinger Metallbau AG aus Kriessern mit «maximal einer Stunde». Dazu komme die interne Mitarbeiter-Information über die neuen Richtlinien.

In ihrer Funktion als Präsidentin des AGV Arbeitgeberverbands Rheintal empfiehlt sie den Firmen «eine sofortige Auseinandersetzung mit dem Thema». Auch Markus Schwingel, Mitglied der Geschäftsleitung der Christian Jakob AG in Widnau und St. Gallen, beschreibt den Aufwand als eher klein. Die Systemanpassungen werden nächstens durch eine externe Firma vorgenommen. Die Artikelpreise exklusiv Mehrwertsteuer blieben unverändert, teilt Schwingel mit. Ungleich komplexer stellt sich die Umstellung für ein grosses Industrieunternehmen wie die SFS services AG dar. «Trotz grossem Aufwand sind wir auf gutem Weg, die Anpassungen zeitgerecht umzusetzen», teilt das Unternehmen auf Anfrage mit. Ähnliche Projekte habe SFS an Auslandsstand­orten und zuletzt bei der Mehrwertsteuererhöhung 2011 in der Schweiz bereits erfolgreich umgesetzt. Die 0,3-Prozent-Senkung «werde zwar grundsätzlich an die Kunden weitergegeben», heisst es. Da es sich dabei fast ausschliesslich um Geschäftskunden handle, die die Mehrwertsteuer als Vorsteuer geltend machen können, habe dies für die Kunden «letzten Endes aber keine Auswirkungen».

Andrea C. Plüss

Am 24. September wurde die Reform der Altersvorsorge 2020 an der Urne abgelehnt und damit auch der Finanzierungsanteil von 0,3 Prozent durch die Mehrwertsteuer. Die Zusatzfinanzierung der IV in Höhe von 0,4 Prozent (0,2 Prozent Sondersatz, 0,1 Prozent reduzierter Satz) läuft per 31. 12. 2017 aus, deshalb sinkt die Mehrwertsteuer (Normal- und Sondersatz) im neuen Jahr, trotz einer bereits feststehenden Anhebung um 0,1 Prozent (für die Bahninfrastruktur). Die Umstellungskosten für die Wirtschaft werden sich mutmasslich zwischen 150 und 300 Millionen Franken bewegen. Entscheidend für den anzuwendenden Satz ist, wann eine mehrwertsteuerpflichtige Leistung erbracht wurde. Problematischer kann die Abgrenzung bei periodischen Leistungen wie Abonnements oder Wartungsverträgen sein. (pd/acp)

Hinweis

www.estv.admin.ch. Dort findet sich auch der Link zur MWST-Info 19, Steuersatzänderung per 1. Januar 2018.

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