Die Kybun-Produktion in Sennwald steht still

Der Kybun-Erfinder und FCSG-Sponsor Karl Müller hat seine Schuhproduktion in Sennwald vorläufig eingestellt.

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Karl Müller in der aktuell stillgelegten Kybun-Schuhproduktion in Sennwald.

Karl Müller in der aktuell stillgelegten Kybun-Schuhproduktion in Sennwald.

Bild: radi

(radi) Der Parkplatz vor der Industriehalle ist leer, der Shop zu, Maschinen und Roboter stehen still. Wegen der Coronakrise hat der Namensgeber des St.Galler Fussballstadions den Betrieb eingestellt. «Vorübergehend», sagt Firmeninhaber und Gründer Karl Müller. Betroffen sind gut 120 Mitarbeitende in Sennwald und in Italien.

Der Gang durch die leeren Räume fällt ihm schwer. Wegen der Geschäftsschliessungen sind die Verkaufszahlen der Gesundheitsschuhe um 85 Prozent eingebrochen. Über den Online- Handel können nur 15 Prozent des Volumens an die Kunden gebracht werden. «Bei uns kauft man nicht einfach einen Schuh, sondern lässt sich beraten. Wir verstehen uns als Gesundheitsdienstleister, nicht als Schuhhändler», sagt Müller. Aktuell erfolgt die Beratung nur online und per Telefon. Die Schliessung von rund 400 Kybun- Shops in knapp 50 Ländern erfolgt für Müller im ungünstigsten Zeitpunkt:

«Die Monate März bis Mai sind die wichtigsten. Den Einbruch werden wir nicht wettmachen können.»

Die finanzielle Lage sei beängstigend, auch wenn Müller, das zeigt sein Lebenslauf, mit schwierigen Situationen umzugehen weiss. Hochs und Tiefs prägen seine Karriere. Müller ist überzeugt, die Coronakrise halle lange nach. Nicht nur in der Wirtschaft, auch in der Gesellschaft. Bezüglich Unternehmen bleibt er zuversichtlich: «Für die Mitarbeitenden in der Sennwalder Produktion haben wir Kurzarbeit angemeldet. Wir gehen davon aus, langfristig keine Stellen abbauen zu müssen. Unser Ziel ist es, zu wachsen.» Die Lager sind voll. Sobald die Geschäfte die Kundschaft wieder bedienen dürfen, werde die Nachfrage von einem Moment auf den anderen zunehmen.

Der FCSG muss noch nicht zittern

Als Namensgeberin des FCSG- Stadions gehören die Sponsoringzahlungen zu den laufenden Kosten von Kybun. Wie hoch sie sind, verrät Müller nicht. Doch es stellt sich die Frage, wie lange die Firma den Fussballclub noch unterstützen kann. «Wir sehen uns nicht primär als Geldgeber des FCSG, sondern als Partner. So lange wir die Mittel haben, werden wir die Zahlungen tätigen. Auch wenn vorübergehend keine Fussballspiele und Aktivitäten im Kybunpark stattfinden», sagt Karl Müller.

Der FCSG muss also vorerst nicht um einen seiner wichtigsten Partner zittern. Auch wenn die Werbewirksamkeit des Sponsorings momentan klein ist. Sowohl Kybun als auch der FC St.Gallen dürften aber hoffen, dass sich die Situation baldmöglichst wendet, wenn die gesundheitlichen Risiken abgeflacht sind. Die Gesundheit steht im Zentrum. Beim FCSG, bei Kybun und bei der Bevölkerung. Deshalb verabschiedet sich Müller mit den Worten, die man aktuell überall hört: «Bleiben Sie gesund…»