Rheineck
Die Königlichen zu Gast auf der Rheinecker Stapfenwies

In Rheineck war diese Woche die «königliche Fussballschule» von Real Madrid zu Gast. Die Trainings waren nicht nur locker.

Remo Zollinger
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Peter Brosi erklärt den Buben die nächste Übung. Auf deren Trikots steht entweder der eigene Name oder der eines Real-Stars. Das Fussballkönnen der Teilnehmer wird auf unterschiedliche Weise gefördert, nicht nur mit «normalen» Spielen.
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Peter Brosi erklärt den Buben die nächste Übung. Auf deren Trikots steht entweder der eigene Name oder der eines Real-Stars. Das Fussballkönnen der Teilnehmer wird auf unterschiedliche Weise gefördert, nicht nur mit «normalen» Spielen.

Peter Brosi erklärt den Buben die nächste Übung. Auf deren Trikots steht entweder der eigene Name oder der eines Real-Stars. Das Fussballkönnen der Teilnehmer wird auf unterschiedliche Weise gefördert, nicht nur mit «normalen» Spielen.

Bilder: Remo Zollinger

Es ist ein kühler Morgen auf der Stapfenwies. Peter Brosi stellt Mini-Tore und Hütchen für die erste Übung auf, während die Kinder eintreffen. 28 sind es, sie stammen alle aus der Region. Sie begrüssen den Trainer mit der Faust, er kennt ihre Namen und strahlt eine väterliche Aura aus. Kurz später erklingt aus der Box die Hymne von Real Madrid, die Kinder versammeln sich unter einem Banner und halten ihren Bewegungsdrang für zwei, drei Minuten im Zaum.

Bei der Fussballschule des Weltvereins Real Madrid folgt alles einem strengen Plan. Die Kinder spielen nicht nur ein wenig Fussball, sie trainieren. Und zwar hart. «Wir bieten eine fussballerische Ausbildung an und geben den Kindern den Schlüssel zu ihrer eigenen Fussball-Erlebniswelt», sagt Peter Brosi. Gemeinsam mit Klaus Huber führt der Deutsche aus Feldberg im Schwarzwald durch die Woche in Rheineck. Bis im Sommer bildete der 62-Jährige Trainer an Grundschulen aus, sein Arbeitgeber war der Deutsche Fussballbund. Ein Trainer mit einer solchen Laufbahn erreicht die Kinder, zeigt das Training.

Die Synapsen aktivieren, Spielintelligenz schaffen

Denn obwohl es anstrengend ist, hören ihm die Teilnehmer gern zu, führen die Übungen an den mehreren Stationen motiviert durch. Peter Brosi erklärt, ein Spiel auf je zwei Tore pro Mannschaft, also auf vier Tore, «aktiviert die Synapsen der Buben». Fussball sei heute vor allem Kopfsache, Spielintelligenz sei unabdingbar und ein solches Spiel schärfe die Sinne.

Peter Brosi ist ein Fussballlehrer aus dem Lehrbuch. Wer ihn beobachtet, sieht: Sein Motto muss «hart, aber herzlich» sein. Während er im Training die Kinder über den Platz jagt und diese komplizierte Übungen verstehen und ausführen müssen, gibt er immer wieder hilfreiche Anweisungen. Und er lehrt nicht nur Fussball: «Es geht auch um Werte wie Teamgeist, Demut und Respekt – und darum, dass die Grössten mit den Kleinsten Spass haben.»

Die Teilnehmer sind zwischen sechs und 16 Jahre alt. Weil die Gruppe nicht riesig ist, kommt es immer wieder zu ungleichen Zweikämpfen. Gerade dann sei die emotionale Intelligenz der Spieler gefragt. Das gelte auch für die fussballfreie Zeit, sagt Brosi, etwa für das Mittagessen, das gemeinsam auf dem Fussballplatz stattfindet.

«Der FC Rheineck bietet uns beste Bedingungen»

Zubereitet wird das Essen von einer Mutter, dessen Sohn beim FC Rheineck spielt und auch am Camp teilnimmt. Zustande gekommen ist dieses, weil die Lizenznehmer der Real-Madrid- Schule den Kontakt nach Rhein­eck suchten. Sie sind sehr zufrieden, wie Brosi sagt: «Der FC Rheineck bietet uns hier beste Bedingungen.»

So dürfen auch die Eltern zuschauen. Eine Mutter sagt: «Das Camp ist ein Highlight, das sollte es öfter geben.» Eine Grossmutter bedankt sich gleich direkt beim Trainer für dessen Einsatz. Später kündigt dieser an: «Schuhe an, Aufstellung! Heute wird der härteste Vormittag der ganzen Woche!» Elia, Gian, Benzema und Ramos – wie auf den Trikots zu lesen ist – hören der Hymne zu und widmen sich dann den Übungen.