Die klassische Christrose

Es gibt sie tatsächlich, Pflanzen die im tiefen Winter blühen. Eine Pflanzengruppe, die eigentlich schon fast in Vergessenheit geriet, feiert ein gelungenes Comeback – die Christ- bzw. die Lenzrose. Die Christrose ist für mich so etwas wie ein botanisches Wunder.

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Die Christrose ist pflegeleicht, beansprucht aber einen lehmigen Boden. (Bild: Shutterstock)

Die Christrose ist pflegeleicht, beansprucht aber einen lehmigen Boden. (Bild: Shutterstock)

Es gibt sie tatsächlich, Pflanzen die im tiefen Winter blühen. Eine Pflanzengruppe, die eigentlich schon fast in Vergessenheit geriet, feiert ein gelungenes Comeback – die Christ- bzw. die Lenzrose. Die Christrose ist für mich so etwas wie ein botanisches Wunder. Vom Frühjahr bis in den späten Herbst, ja bis zum Winter, wenn im Garten, auf Balkon oder Terrasse alles blüht und reift, rührt sich bei der Christrose, die auch häufig unter dem Namen Nieswurz bekannt ist, einfach nichts. Nur die immergrünen, gelappten Blätter sind in dieser Zeit zu sehen. Doch wenn die ersten Fröste im Land waren und längst Schnee liegt, dann wird sie wach und beginnt zu blühen. Die Christrose (Helleborus) aus der Familie der Hahnenfussgewächse stammt aus dem Mittelmeerraum und Kleinasien, wo sie schon im Altertum als Gift und Heilpflanze bekannt war. Die eigentliche Christrose zeigt schon im Dezember ihre schneeweissen Blüten. Die Frühlings-Christrosen sind in der Regel Helleborus-Hybriden und werden auch als Lenzrosen bezeichnet. Von strahlendem Weiss und zartem Gelb über zahlreiche Rosa- und Violett-Nuancen bis zum geheimnisvollen Schwarzrot reicht das Farbenspiel der Blüten. Besonders hübsch sind gesprenkelte Varianten oder solche mit gefüllten Blüten.

Edler Topfschmuck

Bedingt durch die Tatsache, dass immer mehr Menschen nicht über einen eigenen Garten verfügen, gewinnt die Begrünung in Töpfen auf Balkon oder Terrasse bzw. Eingangsbereich zunehmend an Bedeutung. Besonders attraktiv wirkt ein Arrangement aus zwei oder drei Pflanzen in unterschiedlichen Farben. Im Garten empfehle ich Ihnen Christ- bzw. Lenzrosen als langlebige Schattenkünstler unter Laubbäumen bzw. Ziergehölzen anzusiedeln. Für eine gelungene Inszenierung in Töpfen pflanzt man mehrere Exemplare zusammen. Die Christrose ist pflegeleicht, braucht aber einen tonhaltigen (lehmigen) Boden und in den Sommermonaten einen Standort im Schatten. Nach der erfolgten Anpflanzung muss man sich allerdings etwas in Geduld üben, bis die Christrose ihre wunderschönen Blüten entwickelt.

Die charmanten Lenzrosen sind eigentlich recht robust, wenn man ihre Ansprüche beachtet. Sie bevorzugen einen halbschattigen Standort, einen kalk- und lehmreichen Boden. Bedauerlicherweise besteht nach wie vor die irreführende Auffassung, die Christ- bzw. Lenzrose würde einen sauren Boden beanspruchen, genau das Gegenteil ist der Fall.

Je älter, desto schöner

Und noch etwas: Suchen Sie bitte einen etwas windgeschützten Standort und der Boden sollte nie ganz austrocknen. Christrosen beanspruchen einen feuchten Boden. Für keine Pflanzengruppe ist der Slogan so zutreffend wie für die Christ- bzw. Lenzrosen: «Je älter, desto schöner blühen und gedeihen sie.»

Herbert Geringer steht jeden Freitag im ORF-Landesstudio Vorarlberg zwischen 8.10 und 9.10 Uhr unter Telefon +43 5572 510 00 für Fragen rund um den Garten zur Verfügung.