Die Kirche und ihre Menschen

BUECHEN. Eigentlich wollte Pfarrer Klaus Steinmetz zum 225-jährigen Bestehen der evangelischen Kirche Buechen eine Jubiläumsbroschüre verfassen. Nun ist daraus ein ganzes Buch geworden. Am 21. August ist Vernissage.

Gisela Tobler
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Klaus Steinmetz in seinem Arbeitszimmer, wo er während eines Jahres sein Buch geschrieben hat. (Bild: Gisela Tobler)

Klaus Steinmetz in seinem Arbeitszimmer, wo er während eines Jahres sein Buch geschrieben hat. (Bild: Gisela Tobler)

BUECHEN. Während seiner Pilgerwanderung 2011 nach Rom hatte Klaus Steinmetz, der evangelische Pfarrer von Buechen-Staad, Zeit zum Nachdenken. Zum Beispiel über die Kirche, die 1790 erbaut worden war, über die Möglichkeit, zum 225-jährigen Bestehen im Jahr 2015 ein grosses Fest zu veranstalten und dass er über die Kirche und das Dorf eine Jubiläumsschrift verfassen könnte.

Wie ein Theaterstück

Allerdings ist aus der einst geplanten Broschüre ein ganzes Buch geworden, in dem Kirchen-, Dorf- und Kantonsgeschichte ineinander verwoben sind. «Kein wissenschaftliches Werk», betont der Autor, «eher gleicht es einem Theaterstück mit 21 Szenen.» Im Vordergrund steht die Buechner Kirche mit all ihren Menschen, die dort ein- und ausgegangen sind, während das Bühnenbild den politischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und religiösen Hintergrund beschreibt. So beschreibt er in einem Kapitel den konfessionellen Gegensatz zwischen evangelisch und katholisch, der das gesellschaftliche Leben während 450 Jahren geprägt und gelähmt hat.

Fülle von Informationen

So richtig ins Rollen kam das Projekt, nachdem Klaus Steinmetz die Bevölkerung via «Kirchenbote» aufgerufen hatte, ihm Material wie zum Beispiel alte Konfirmanden-Fotos zukommen zu lassen, worauf er mit Anregungen aller Art eingedeckt wurde. Bald schon sei klar geworden, dass die Fülle der Informationen den Rahmen einer Broschüre sprengen würde. Spannendes erzählten ihm auch die Senioren bei seinen regelmässigen Hausbesuchen. Einen Grundstock mit Geschichten habe er eigentlich schon im Jahr 2001 zu seinem Amtsantritt bekommen, als ihm Lokalhistoriker Robert Dornbierer einen Ordner mit seinen Dorfgeschichten in die Hand drückte. Später überliess ihm Kirchen-Nachbar Robert Beerli einen Stapel Blätter mit Kindheitserinnerungen der Buechner Lehrerstochter Ruth Schmid-Locher. Als weitere literarische Quelle nutzte Pfarrer Steinmetz das Büchlein «Schloss meiner Jugend» von Walter Keller.

Was der Autor nach all den schriftstellerischen Strapazen am meisten schätzt: «Ich kann nun geschichtliche Zusammenhänge nachvollziehen und dadurch die Gegenwart besser verstehen. Dieses Wissen hilft mir, manches gelassener zu sehen. Zum Beispiel, dass mangelnder Kirchenbesuch schon vor 200 Jahren angeprangert wurde und die Kirche trotzdem nicht unterging.» Derzeit überwiegt bei Klaus Steinmetz aber die Freude, sein Werk mit dem Titel «Kirche im Dorf – Evangelische Kirche Buechen-Staad 1790 – 2015» demnächst in den Händen zu halten.