Die Jungen nicht vergessen

Seit Monaten ist Altstätten nicht mehr wegen Vandalismus und Gewalt in die Schlagzeilen geraten. Das heisst, es hat sich für die Stadt gelohnt, nächtlichem Wirten einen Riegel vorzuschieben.

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Seit Monaten ist Altstätten nicht mehr wegen Vandalismus und Gewalt in die Schlagzeilen geraten. Das heisst, es hat sich für die Stadt gelohnt, nächtlichem Wirten einen Riegel vorzuschieben. Viele junge Menschen fühlen sich nun aber kollektiv bestraft: wegen Verfehlungen einzelner würden jetzt alle Nachtschwärmer durch restriktive Schliessungszeiten bevormundet, klagen sie.

Interessanterweise äussern sich die Stadt und die Petitionäre zusammenfassend beinahe gleich. Im Wissen, dass es in Altstätten unterschiedliche Interessen gibt, fordern die Jungfreisinnigen «ganzheitliche Lösungen», während Stadtpräsident Daniel Bühler davon spricht, alle in der Stadt vorhandenen Bedürfnisse «unter einen Hut zu bringen». Trotzdem ist man weit entfernt von Einigkeit.

Natürlich ist es zu begrüssen, dass Altstätten nachts wieder ruhiger, sicherer ist. Ein bisschen weniger gefällt der Weg, der hierhin führte: Die Stadt musste die Notbremse ziehen, nachdem sie es versäumt hatte, ein altbekanntes Problem innovativ anzugehen und weitsichtig zu lösen. Die Öffnungszeiten der Bars sind ja wohl nicht das primäre Problem.

Insofern ist verständlich, dass jetzt von der Stadt verlangt wird, in Ruhe nochmals über die Bücher zu gehen und wirklich alle Bedürfnisse unter einen Hut zu bringen.

Gert Bruderer

bruderer@rdv.ch