Die Holzer zog es an den Rhein

Die intensiven Niederschläge am Wochenende haben den Rhein anschwellen lassen. Die Rheinholzer haben sich das zunutze gemacht.

Max Tinner
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Scannt man das Bild mit der App Xtend, kann man Dean Weder bei seinen ersten Versuchen als Rheinholzer zusehen.

Scannt man das Bild mit der App Xtend, kann man Dean Weder bei seinen ersten Versuchen als Rheinholzer zusehen.

Bild: Max Tinner

Die Rheinregulierung ging schon früh davon aus, dass der Rhein ab Höhe Diepoldsau etwa ab Sonntagmittag das Vorland fluten dürfte und liess darum bereits am Samstagabend die Wege dort hinaus sperren. Mit dem höchsten Wasserstand rechnete man ge­gen Sonntagabend.

Während manche das Wochenende vor dem Fernseher verbrachten, zog es im Oberrheintal die Rheinholzer hinaus. Wenn der Rhein viel Wasser führt, schwimmt auch Holz mit. Zwar war die «Ernte» womöglich auch schon ergiebiger. Für den Montlinger Dean Weder waren die Verhältnisse aber geradezu ideal. Der 15-Jährige hatte diesen Samstag nämlich seinen Einstand als Rheinholzer.

Es liegt ihm im Blut: Grossvater Bruno Weder und auch Vater Markus Weder sind selbst passionierte Rheinholzer. Es war darum naheliegend, dass Dean, sobald er alt genug wurde, einen Holzerhaken geschenkt bekam. Diesen Samstag durfte er ihn bei der Grenzbrücke bei Oberriet unter Anleitung seines Vater erstmals benutzen. Die ersten Versuche misslangen zwar noch, aber schon bald hatte auch er, noch mit Unterstützung des Vaters, seinen ersten Baumstamm herangezogen. Rheinholzen ist harte Arbeit. Das Holz wärmt darum mehrfach, sagt Markus Weder: nicht erst beim Einfeuern im Winter, sondern schon beim Aus-dem-Rhein-Ziehen und danach auch noch beim Zersägen, Spalten und Beigen.