Die Geschichte, wie Jesus gestorben ist

AU. Gestern standen Jugendliche auf der Bühne des Pfarreiheims Au und spielten die Passionsgeschichte – vom Abendmahl bis zur Kreuzigung. Die 14 Religionsschüler wuchsen langsam in ihre Rolle; jahrelang als Zuschauer und nun als Darsteller.

Monika von der Linden
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Vor dem Richter: Jesus wird vor Pontius Pilatus geführt und später durch ihn zum Tod am Kreuz verurteilt. (Bild: Monika von der Linden)

Vor dem Richter: Jesus wird vor Pontius Pilatus geführt und später durch ihn zum Tod am Kreuz verurteilt. (Bild: Monika von der Linden)

Wenige Minuten bevor sich der Vorhang hob, knistert es vor Spannung. Der Saal im Pfarreiheim ist verschlossen, die Jugendlichen proben noch. «Wir hatten kaum Zeit zu proben, Ostern ist früh und letzte Woche waren sie im Skilager», sagt Simone Okle. Sie – ebenso nervös wie die jungen Darstellerinnen und Darsteller – unterrichtet die Sechstklässler in Religion.

Dann wird der Saal geöffnet und füllt sich innert Minuten. Eine Drittklässlerin aus Heerbrugg erzählt, sie sei im letzten Jahr schon da gewesen. Sie weiss genau, worum es geht: «Sie spielen die Geschichte, wie Jesus gestorben ist.»

Der Vorhang öffnet sich, die Szene vom Abendmahl, wohl jedem vertraut, beginnt: Jesus wäscht den Aposteln die Füsse, bricht mit ihnen das Brot und spürt bereits, einer seiner Freunde, Judas, wird ihn verraten. Alle Rollen aus der biblischen Geschichte sind besetzt. Von Jesus, gespielt von Dominik Zürn, bis zum krähenden Hahn (Mike Chukwuma). Nach der Aufführung sprechen die Schülerinnen und Schüler darüber, gerade die Passionsgeschichte zu spielen. Je näher die Aufführung gerückt sei, desto stärker sei die Nervosität gestiegen, erzählt Domenico. Er habe etwas Angst gehabt, Fehler zu machen. Es sei für ihn aber sehr schön gewesen, für die Zuschauer spielen zu können. «Es ist schön, dass so viele zu uns gekommen sind.» Für Dominik war es komisch, sich als Jesus auspeitschen lassen zu müssen. «Mir tat nichts weh und ich musste auf der Bühne schreien.» Weniger schlimm war es für ihn, auf der Bühne am Kreuz zu «hängen». Viele Jahre seien sie Zuschauer gewesen, sagen alle einhellig. Sie kennen die Geschichte so gut, dass es ihnen nichts ausmache, sie nun selbst zu spielen.

Heute um 18 Uhr feiern die Kinder und Jugendlichen Auferstehung. Wieder im Spiel, diesmal in der kath. Kirche. rheintal 44

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