Rheintal
Die Freizeit gehört ihren Pferden

Die Vorderländer Reiterin Anina Schiess feierte jüngst am CSIO in St.Gallen einen bemerkenswerten Erfolg.

Iris Oberle
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Mit der Niederländerstute D. Bonny feierte die Walzenhauserin Anina Schiess am CSIO in St.Gallen einen wichtigen Sieg.

Mit der Niederländerstute D. Bonny feierte die Walzenhauserin Anina Schiess am CSIO in St.Gallen einen wichtigen Sieg.

Bild: pd

Mit elf Jahren bestritt die Walzenhauserin Anina Schiess ihre ersten Springreitturniere. Nun ritt sie am CSIO St.Gallen Anfang Juni 2021 in beiden Prüfungen der Swiss Youth Jumping Academy mit ihrem Pferd D. Bonny als einzige je einen Doppelnuller. Das brachte ihr den Sieg bei einer Hürdenhöhe von 135cm ein.

Entscheidend seien die 15 Minuten vor dem Turnier. Die Reiterinnen und Reiter laufen dann jeweils den Parcours ab, messen die Distanzen zwischen den Hürden und berechnen so die Galoppsprünge ihres Pferdes. Zwölf bis 13 Hürden müs­-sen sie überwinden. Möglichst schnell, vor allem aber möglichst fehlerfrei. Der Bewegungsfluss darf nicht gestoppt werden. Entsprechend dieser Faktoren fällt dann die Rangierung aus.

Am 3. Juni ist die Rechnung für Anina und D. Bonny aufgegangen. Es war ein grosser Moment für die 18-Jährige, die seit 2019 Mitglied im Schweizer Juniorenkader der Springreiter und auch schon international erfolgreich gestartet ist.

Anina Schiess reitet, seit sie sitzen kann

Das Talent für das Springreiten wurde ihr quasi in die Wiege gelegt. Sie erzählt: «Meine Eltern hatten Pferde, seit ich auf der Welt bin. So bin ich natürlich als kleines Kind schon auf ihnen gesessen. Mein erstes Turnierpony hiess Lord. Dann durfte ich Reitstunden bei Ruedi Menet im Almendsberg nehmen. Meine Leidenschaft für Pferde wuchs so mit jedem Jahr.»

Aktuell reitet Anina Schiess drei Pferde. Das beste im Stall ist D. Bonny. Mit der Niederländerstute gewann sie unter anderem am CSIO. Ins Schwärmen gerät die junge Springreiterin, wenn sie von ihrer Hilke Van’T Rommersum spricht. «Da ist etwas Magisches zwischen uns. Geht es mir schlecht, reite ich mit Hilke – und alles ist wieder gut. Sie spürt einfach, wie ich gerade drauf bin.» Im April kam mit Axelle die Dritte zum Bunde. Daneben bietet die Familie Schiess einer Zuchtstute ein Zuhause, die vor Kurzem ein Baby bekommen hat.

Jedes Pferd soll sich einmal täglich bewegen

Anina Schiess’ Tage sind bei­nahe komplett ausgefüllt. Dreimal wöchentlich fährt sie mit dem Auto samt Anhänger und Pferd – seit neuestem alleine – ins Training nach Altstätten. Dabei achtet sie darauf, alle Pferde mindestens einmal pro Tag zu bewegen. Das ist sehr zeitintensiv, denn in der Familie reiten nur sie und ihr Vater, wenn es die Zeit zulässt. Zusätzlich zum Training fällt auch täglich viel Arbeit im Stall an.

Für ein Jahr wird Anina Schiess ihren Pferden nun noch näher sein. Sie hat kürzlich die Matura bestanden und wird ihren Vater bis nach den Sommerferien 2022 in dessen Betrieb unterstützen. Danach beginnt sie ein Studium an der HSG mit dem Ziel, Wirtschaftsanwältin zu werden. Springreiterinnen sind hart im Nehmen und brauchen viel Durchhaltevermögen, um erfolgreich zu sein. Das wird ihr beim Jurastudium zugutekommen.