Die französische Sprache als etwas Lebendiges erleben

23 Oberstufenschülerinnen und -schüler aus Walzenhausen verbringen in diesem Schuljahr je eine Woche in Ste-Croix bei Yverdon – und sie werden umgekehrt von ihrer Partnerschülerin oder ihrem Partnerschüler besucht.

Roger Fuchs
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Dylan Magnin (links) aus Ste-Croix hilft seinem Partnerschüler Luca Rechsteiner bei einer Französischübung. (Bild: Roger Fuchs)

Dylan Magnin (links) aus Ste-Croix hilft seinem Partnerschüler Luca Rechsteiner bei einer Französischübung. (Bild: Roger Fuchs)

walzenhausen. Dylan Magnin hat gut lachen während der Französischstunde in Walzenhausen. Französisch ist seine Muttersprache, wächst er doch in Ste-Croix (VD) auf. Aktuell besucht er seinen Partnerschüler Luca Rechsteiner, der bereits eine Woche in Dylans Heimat verbringen durfte – eine Woche, die er nicht missen möchte. Dank des Schüleraustausches verstünde er heute viel besser, wenn der Lehrer auf französisch etwas erkläre, sagt Luca. Auch in Dylans Familie habe er sich sehr wohl gefühlt.

Ähnlich ergeht es derzeit dem welschen Schüler. Ausserhalb des Schulunterrichts begeistert ihn besonders die Aussicht von Walzenhausen über den Bodensee. Gerne denkt er auch an letzten Sonntag zurück: Luca habe ihm den St. Anton, den Henry-Dunant-Platz in Heiden und die Eggersrieter Höhe gezeigt. Abends hätten sie in Rorschach Znacht gegessen und anschliessend am See relaxt.

Sprachhemmungen abbauen

Insgesamt beteiligen sich 23 Schülerinnen und Schüler aus Walzenhausen (Sek E und Sek G) und ebenso viele aus Ste-Croix am Austausch. Eingefädelt haben diesen der Walzenhauser Oberstufenlehrer Jürg Wickart in Kooperation mit Lehrerin Denise Wolfsberger, Ste-Croix. Das Projekt soll gemäss Wickart helfen, Sprachhemmungen abzubauen. «Französisch ist für die hiesigen Schülerinnen und Schüler fast so etwas wie eine tote Sprache», sagt er.

Bei den Besuchen würden sie lernen, sich auszudrücken, auch wenn sie nicht alle Wörter auf Anhieb präsent hätten. Als Brücke bei Verständigungsproblemen dient häufig das Englisch, wie es auch in der Schulstunde zu beobachten ist.

Schüler lernen sich kennen

Bevor es zum Schüleraustausch kam, haben sich die Beteiligten langsam kennengelernt. Im letzten Herbst wurden erstmals Steckbriefe hin und her geschickt.

Im Januar 2010 trafen sich die Partnerklassen mit den beiden Klassenverantwortlichen in Bern zu einem gemeinsamen Stadtrundgang und zum Kennenlernen. Die Zuteilung der Partner erfolgte in gegenseitiger Absprache.

Der Aufenthalt eines Schülers dauert, wie Jürg Wickart weiter erzählt, in der Regel von Mittwoch bis Mittwoch. Es würden jeweils zwei bis maximal fünf Schülerinnen und Schüler gleichzeitig verreisen.

Den Abschluss des Projektes bildet das Klassenlager der 2E Walzenhausen in der Region von Ste-Croix, das erneut Gelegenheit für Begegnungen bieten wird.

Der aktuelle Schüleraustausch ist nach 2003 und 2006 bereits der dritte von Jürg Wickart organisierte. Im Lehrerteam sei nun beschlossen worden, jährlich ein solches Projekt anzubieten. Demnach beteiligten sich künftig auch andere Lehrpersonen daran.

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