Die Finanzmärkte stehen vor einem ereignisreichen Dezember

Selten zuvor war der Dezember so mit Grossereignissen vollbepackt wie in diesem Jahr. Den Anfang macht das Verfassungsreferendum in Italien, gefolgt vom letzten geldpolitischen Treffen der Europäischen Zentralbank in diesem Jahr.

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Selten zuvor war der Dezember so mit Grossereignissen vollbepackt wie in diesem Jahr. Den Anfang macht das Verfassungsreferendum in Italien, gefolgt vom letzten geldpolitischen Treffen der Europäischen Zentralbank in diesem Jahr.

Je nachdem dürfte eine Woche später auch die Schweizerische Nationalbank zum Handeln gezwungen sein. Nur ein geringes Überraschungspotenzial birgt hingegen der Zinsentscheid der amerikanischen Notenbank von Mitte Dezember.

Anders als in früheren Jahren steht den Finanzmärkten keine ruhige und besinnliche Adventszeit bevor. In den kommenden Wochen stehen gleich mehrere wichtige Ereignisse an, die an den Märkten gegebenenfalls zu grösseren Kursverschiebungen führen könnten. Am 4. Dezember wird in Italien über die Verfassungsreform entschieden. Erteilt das Stimmvolk den im April vom Parlament verabschiedeten Reformen eine Absage, ist ein Rücktritt von Regierungschef Matteo Renzi wahrscheinlich. Neuwahlen kämen für Italien allerdings zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt, was den zuletzt höheren Zinsaufschlag für italienische Anleihen erklärt. Nur vier Tage später, am 8. Dezember, treffen sich die Vertreterinnen und Vertreter der Europäischen Zentralbank (EZB) zum letzten geldpolitischen Entscheid in diesem Jahr. Aus heutiger Sicht ist weder mit einer Senkung der Leitzinsen noch mit einer betragsmässigen Ausweitung der Wertpapierkäufe zu rechnen.

Je nach Ausgang des Verfassungsreferendums in Italien könnte die EZB allerdings gefordert sein. Gerade bei längeren Laufzeiten haben sich die Zinsen in Europa in den letzten Wochen nämlich von ihren Tiefstständen gelöst. Auch die geldpolitische Lagebeurteilung der Schweizerischen Nationalbank (SNB) vom 15. Dezember steht ganz im Zeichen des Verfassungsreferendums im südlichen Nachbarland und möglicher neuer Massnahmen seitens der EZB. Fremdwährungskäufe dürften auch in Zukunft das bevorzugte Interventionsmittel der SNB bleiben, sollte der Franken stärker werden. Keine grösseren Überraschungen sind hingegen vom geldpolitischen Treffen der amerikanischen Notenbank zu erwarten. Von den Geldmarktsätzen für Dollar-Anlagen lässt sich derzeit eine Wahrscheinlichkeit von über 90 Prozent für eine Leitzinserhöhung um 25 Basispunkte im Dezember ableiten. Gerade die Grossereignisse in Europa könnten an den Finanzmärkten für Schwankungen sorgen. Für eine Erhöhung der Aktienquote ist es deshalb noch zu früh. Als sicher wahrgenommene Realwerte wie Gold und Immobilien sollten in der Anlegergunst bleiben.