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Die ersten Hirschkälber sind da in Balgach

Beim Birkenhof in Balgach sind im Dezember Damhirsche angekommen. Nun tummelt sich dort der Nachwuchs.
Kurt Latzer
Aus der Nähe sehen kann man die Tiere nur mit dem Fernglas oder dem Teleobjektiv. (Bild: Kurt Latzer)

Aus der Nähe sehen kann man die Tiere nur mit dem Fernglas oder dem Teleobjektiv. (Bild: Kurt Latzer)

«Da muss ich endlich mal ein kleines Fenster einbauen», sagt Birkenhof-Bauer Ernst Sonderegger, als er durch ein kleines Bohrloch im Holztor des Stalles seine Damhirsche beobachten will. Es ist heiss, kurz vor Mittag, und ein grosser Teil der Tiere bevorzugt den Schatten des Holzbaus, der gegen die Gehege hin offen ist. Von einer kleinen Holzbühne herunter gelingen ein paar Schnappschüsse. Als aber der Balgacher Landwirt die Holztür öffnet und mit dem Fotografen den Stall betritt, ist es aus mit der Ruhe. Die Damhirsche nehmen Reissaus, sammeln sich etwa 200 Meter entfernt auf der Weide. Denn etwas neugierig sind die scheuen Tiere schon. Plötzlich zeigt Ernst Sonderegger vor sich ins hohe Gras und sagt: «Da liegt ein Junges, geduckt zwischen den hohen Halmen.»

Die Hirsche sind
 und bleiben Wildtiere

Zwei Schritte näher und der kleine Hirsch sprintet, einer Gazelle gleich, in Richtung Rudel. Ein paar Meter weiter liegt noch ein Jungtier im Gras. Weil er es nicht aufschrecken will, hält Ernst Sonderegger inne. Denn später wolle er den kleinen Hirsch oder die Hirschkuh markieren. «Das gelingt nur in den ersten ein bis zwei Tagen nach dem Werfen. Danach hat man fast keine Chance, das Jungtier einzufangen», sagt der Balgacher. Seit ein paar Wochen geht er deshalb auf der Suche nach frischgeborenen Kälbern jeden Tag die Gehege ab. Die Marken erleichtern es, Männlein und Weiblein zu unterscheiden. «Die Tiere werden vielleicht etwas zutraulicher. Wirklich gezähmt aber bekommt man sie nicht», sagt der Birkenhof-Bauer, «es bleiben Wildtiere.» Insgesamt tummeln sich auf den Weiden 50 Hirschkühe, zehn Bullen und 31 Kälber, 15 Jungtiere sollten in den nächsten Tagen kommen. Das Projekt «Hirsch & Nuss» entwickelte der Balgacher Landwirt, um 
seinen 18 Hektaren grossen Betrieb vom Neben- in einen Vollerwerbshof umzuwandeln.

«Hirsch & Nuss» – das
 Konzept funktioniert

Im ersten Schritt wurden vor zwei Jahren auf einer Fläche von fünf Hektaren 500 junge Nussbäume gesetzt und die für Damhirsche nötige Ausbildung absolviert. «Ich bin schon ein wenig der Typ, der nicht gerne das macht, was man als normal bezeichnet», sagte der Landwirt vergangenes Jahr bei einem Besuch in der Nussplantage. Und, funktioniert alles wie geplant? «Im Grossen und Ganzen schon», sagt Sonderegger, «bei Unklarheiten kann ich meinen Mentor anrufen, das ist eine grosse Hilfe für Neuzüchter.» Allen, die Damhirsche zu halten beginnen, wird nach der Schulung ein Mentor zur Seite gestellt. Als die ersten Kälber zur Welt kamen, sei er «meganervös» gewesen. Bei den Baumnüssen rechnet der innovative Bauer nächstes Jahr mit einem ersten Ertrag. Damhirsch- Fleisch gibt es ab kommendem September, von etwa zehn Tieren. Wie Rotwild werden auch die Damhirsche aus der Distanz geschossen, von Hochsitzen aus. Ernst Sonderegger lässt seine Hirsche von erfahrenen Jägern schiessen. «Ich selbst schiesse vorerst nicht, wahrscheinlich bin ich dafür zu nervös», sagt er. Schliesslich müsse er sich um das ganze Drumherum kümmern. Wer sich für Damhirsch-Fleisch interessiert, sollte nicht zu lange warten. Denn mehr als die Hälfte des Fleisches ist bereits bestellt. Wie funktioniert das mit den Nüssen, wie werden die geerntet? Ernst Sonderegger lächelt und sagt: «Das weiss ich noch nicht. Darüber mache ich mir Gedanken, wenn grössere Erträge zu erwarten sind.» Dieses und nächstes Jahr werden die Nüsse wahrscheinlich von Hand gesammelt.

Hinweis: Wer sich für «Hirsch & Nuss» 
interessiert, erfährt mehr unter www.birkenhof-balgach.ch.

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