Die ersten 14 Flüchtlinge sind da

Die Zivilschutzanlage Rosenberg in St.Margrethen dient syrischen Flüchtlingen als Notunterkunft. Neun Angehörige der Zivilschutzorganisation Am Alten Rhein wurden mitten aus einer Übung geholt, damit sie die Flüchtlinge betreuen.

Gert Bruderer
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ST.MARGRETHEN. Am Dienstagmittag brachten rund 200 Kinder den Elternbrief der Schule nach Hause. Erst am Morgen habe die Schule erfahren, dass Flüchtlinge in die Zivilschutzanlage einziehen, sagt Schulpräsident Roger Trösch. Die Politische Gemeinde ist über die Zuteilung ebenfalls erst am Dienstag in Kenntnis gesetzt worden. Man sei jedoch seit letzter Woche in Kontakt mit dem Staatssekretariat für Migration (SEM), sagt Gemeindepräsident Reto Friedauer. Die Gemeinde war im Stand-by-Modus.

Maximal 60 Flüchtlinge

In der Zivilschutzanlage Rosenberg können bis zu 60 Menschen untergebracht und verpflegt werden. Zunächst sind 14 alleinstehende männliche Flüchtlinge hier angekommen. In der Medienmitteilung der Gemeinde St. Margrethen heisst es: «Weil die Bundeszentren voll belegt sind, stellt St. Margrethen als Grenzort mit Grenzbahnhof den ankommenden Flüchtlingen als humanitäre Soforthilfe vorübergehend Unterkunft und Verpflegung zur Verfügung.» Bei den Menschen, die in der Zivilschutzanlage Rosenberg untergebracht seien, handle es sich um Flüchtlinge aus Kriegsgebieten.

«Marienburg» voll belegt

Schon vor zwei Wochen war das Empfangs- und Verfahrenszentrum in Altstätten mit rund 180 Plätzen voll belegt. Nun gibt es auch in der «Marienburg» in Thal keine freien Plätze mehr. Beat Tinner, Präsident der VSGP (Vereinigung der St.Galler Gemeindepräsidentinnen und Gemeindepräsidenten), spricht von 70 bis 80 Flüchtlingen, die neu dazugekommen seien, so dass nun insgesamt rund 140 Menschen in der «Marienburg» leben.

«Der Vorhof des SEM»

«Unsere Gemeinde erfüllt mit der Aufnahme der Flüchtlinge eine Bundesaufgabe», sagt Reto Friedauer. «Wir sind sozusagen der Vorhof des SEM.» Friedauer hofft, dass das Staatssekretariat für Migration die benötigten Plätze bald anbieten könne. Die Kosten werden von der VSGP vorfinanziert. Beat Tinner rechnet mit 60 Franken pro Person, exklusive Krankheit und Transport. Betreut wird die Notunterkunft im Rosenberg rund um die Uhr durch die Zivilschutzorganisation Am Alten Rhein sowie die Mannschaft der örtlichen Kantonspolizeistation.

Das Schulareal sei von der Asylunterkunft klar getrennt, sagt Schulpräsident Roger Trösch, der die Zusammenarbeit mit der Politischen Gemeinde positiv hervorhebt. Die Beurteilung der Asylgesuche ist weiterhin Sache des SEM.

Die Gemeinden helfen aber mit, eine vorübergehende Unterbringung der Flüchtlinge zu ermöglichen, bis das SEM die Asylsuchenden in seine Strukturen in den Bundesempfangszentren übernehmen kann. (Siehe Kasten)