Die Bulldogs beissen erstmals zu

Dem Bundesliga-Neuling Dornbirner EC gelang nach der 0:6-Heimpleite gegen den Villacher SV in Innsbruck die Rehabilitation: Die Haie wurden in der Overtime mit 6:5 niedergerungen.

Günther Böhler
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Achteinhalb Jahre war Vorarlberg in der höchsten österreichischen Spielklasse nur Zuschauer. Nach der Insolvenz der Feldkircher (2004), die in der Nationalliga neu starteten, wagte kein Ländle-Team mehr den Schritt in die Bundesliga. Obwohl sich Feldkirch, Lustenau und Dornbirn in den letzten Jahren insgesamt sechsmal den Meistertitel der zweithöchsten Liga sicherten, war ein Aufstieg aus finanziellen Gründen nie ein Thema. Doch nach langer, intensiver Planung entschied sich der Dornbirner Eishockey-Club, die Herausforderung anzunehmen. Gemeinsam mit Black Wings Linz (amtierender Meister), KAC, Villacher SV, Graz99ers, Salzburg, Vienna Capitals, Innsbruck, Fehervar (Ungarn), Medvescak Zagreb (Kroatien), HC Znojmo (Tschechien), Olimpija Ljubljana (Slowenien) kämpft man um den Meistertitel der Saison 2012/13.

Bitteres Lehrgeld

3000 Fans fanden sich am Freitag zur Bundesliga-Premiere der Bulldogs im Messestadion ein. Doch sie erlebten wie ihre Lieblinge, die zahlreiche Chancen ausliessen, gegen den Villacher SV bitteres Lehrgeld zahlten. Die Kärntner lagen nach nur neun Minuten 3:0 in Führung und kamen am Ende zu einem ungefährdeten 6:0-Auswärtssieg. Aber DEC-Trainer Dave Mac Queen leistete ganze Arbeit und impfte seinen Jungs innerhalb von kürzester Zeit neues Selbstvertrauen ein. Nur knapp 48 Stunden nach der Auftakt-Pleite bissen die Bulldogs in Innsbruck erstmals zu und holten somit die ersten Bundesliga-Punkte der Clubgeschichte.

Erste Bundesliga-Punkte

Robert Mac Millan sorgte nach nur zwei Minuten in Überzahl für die 1:0-Führung der Dornbirner bei den Haien und auch das 2:1 durch Daniel Bois (9.) gelang im Powerplay. Nach erneutem Ausgleich der Tiroler übernahm Dornbirn das Kommando und Oliver Magnan bzw. Michael Henrich sorgten für einen 4:2-Vorsprung nach zwei Spielabschnitten. Doch die Innsbrucker fighteten sich im letzten Drittel zurück, schafften das 4:4 und retteten sich zehn Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit in die Overtime. Zuvor hatte Dale Mitchell (57.) den DEC erneut in Front gebracht. Zum Matchwinner avancierte aber Luciano Aquino, der 38 Sekunden nach Wiederanpfiff den Puck zum 6:5 in die Maschen setzte.

Nur noch sechs Teilnehmer

Für die anderen drei Vorarlberger Vereine (VEU Feldkirch, EHC Lustenau und EHC Bregenzerwald), die in der zweithöchsten Spielklasse antreten, geht die Meisterschaft am kommenden Samstag los. Nach dem völlig überraschenden Rückzug von HK Jesenice (Slowenien) aus der neuen Inter-National-League sind nur noch sechs Teams mit dabei. Zell am See, Slavija Ljubljana und HK Triglav Kranj (Slowenien) machen das halbe Dutzend voll.