Die beste Innendekorateurin der Schweiz kommt aus Rüthi

Die Rüthnerin Vivien Gächter wurde an der Berufsmeisterschaft zur besten Innendekorateurin der Schweiz gekürt.

Ralph Dietsche
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Zeit, um sich lange auf den Lorbeeren auszuruhen, hat die frisch gekürte Schweizer Meisterin Vivien Gächter nicht. Sie steckt mitten in den Vorbereitungen für die Lehrabschlussprüfung, die sie im Mai macht.

Zeit, um sich lange auf den Lorbeeren auszuruhen, hat die frisch gekürte Schweizer Meisterin Vivien Gächter nicht. Sie steckt mitten in den Vorbereitungen für die Lehrabschlussprüfung, die sie im Mai macht.

Bild: Ralph Dietsche

Die 19-jährige Vivien Gächter hat sich an der Berufsmeisterschaft der Innendekorateure und Wohntextilgestalter den Schweizer Meistertitel gesichert. Ihr Können stellte sie anlässlich der Messe Heimtexsuisse in Bern unter Beweis. Am zweitägigen Wettkampf meisterte sie die gestellten Aufgaben bravourös und wurde mit der Goldmedaille belohnt.

Vivien Gächter sagt: «Ich wusste, dass ich eine Chance auf einen guten Platz habe. Mit dem Meistertitel habe ich allerdings nicht gerechnet.»

Ebenfalls ein gutes Gefühl hatte ihre Ausbildnerin Miriam Kurmann, die selber Europameisterin der Innendekorateure ist: «Wir haben Vivien an der Messe immer wieder über die Schultern geschaut und sahen rasch, dass sie die Aufgaben gut anpackt.» Am ersten Tag erledigte die junge Berufsfrau, die ihre Grundausbildung bei Hutter Innendekor in Kriessern absolviert, die Wandbespannungs- und Bodenaufgabe. Den zweiten Tag nutzte sie, um den Hocker zu polstern und zu beziehen sowie die Montagearbeiten auszuführen.

Sie hat in den Aufgaben schon eine gewisse Routine

Der Vorteil Vivien Gächters war, dass sie alle gestellten Aufgaben in ihrem Lehrbetrieb bereits ausführen konnte und sie eine gewisse Routine hat. «Unser Betrieb führt vielfältige, spannende Aufträge aus. Dementsprechend herausfordernd und vielseitig ist der Alltag», sagt Vivien Gächter. Da sie ihre Ausbildung in einem relativ kleinen Betrieb absolviert, pflegt sie bereits als Lehrtochter einen intensiven Austausch mit Kunden und Lieferanten.

«Einige Partner haben mich an der Meisterschaft besucht, mich angefeuert und mit Energie-Riegeln beschenkt.»

Geschäftsinhaber Willy Hutter ergänzt: «Vivien hatte in Bern sicher den grössten Fanclub.» Speziell war für die junge Berufsfrau, dass ihr viele interessierte Messebesucher über die Schultern blickten und Fragen stellten. Viel Zeit, um diese während des Wettkampfs zu beantworten, blieb ihr nicht. Schliesslich war die vorgegebene Wettkampf-Dauer eng bemessen.

Den Sieg feierte die Rheintalerin mit ihrer Familie und den anderen Wettkampfteilnehmern in bescheidenem Rahmen mit ei­nem Nachtessen.

Viel Zeit, sich auf den Lorbeeren auszuruhen, bleibt Vivien Gächter ohnehin nicht. Bereits im Mai steht mit der Lehrabschlussprüfung nämlich die nächste Herausforderung an. «Der Schweizer Meistertitel gibt mir eine gewisse Sicherheit, trotzdem werde ich mich optimal auf die Prüfung vorbereiten», sagt sie. Unter anderem übt sie das traditionelle Polstern, das an der Schweizer Meisterschaft nicht gefragt war.

Ob sie später auch an Europameisterschaften teilnehmen wird, ist noch offen – weil noch nicht klar ist, ob und wann diese stattfinden werden.