Die Augen der Kinder

Dante Alighieri hat zu seiner Zeit gesagt: «Drei Dinge sind uns aus dem Paradies geblieben: die Sterne der Nacht, die Blumen des Tages und die Augen der Kinder.» Was wollte der Dichter damit sagen? Er hat eine Prioritätensetzung vorgenommen und ausgedrückt, was für ihn im Leben von Wichtigkeit ist.

Jürgen Kaesler Pfarreibeauftragter In Rüthi
Drucken
Teilen

Dante Alighieri hat zu seiner Zeit gesagt: «Drei Dinge sind uns aus dem Paradies geblieben: die Sterne der Nacht, die Blumen des Tages und die Augen der Kinder.»

Was wollte der Dichter damit sagen? Er hat eine Prioritätensetzung vorgenommen und ausgedrückt, was für ihn im Leben von Wichtigkeit ist.

Die Natur: Sie in ihrer Schönheit bei Tag und bei Nacht wahrzunehmen, erfreut das menschliche Herz und entspricht dem, wie die Natur auch behandelt werden will: achtsam, wissend, dass die Natur das Werk der Schöpfung ist. Die Blumen des Tages, sie zeigen etwas von der wunderbaren Schöpfungskraft Gottes. Sie sind einmalig gewoben und erstrahlen in ihrer Farbenkraft und in ihrem Glanz.

Die Augen der Kinder sind wie die Sterne in der Nacht und die Blumen am Tag: Sie erfreuen die Herzen der Erwachsenen. Die Erwachsenen sehen in ihnen die Unschuld des Lebens, die Unberührtheit und Strahlkraft von Gottes Schöpfung und die Freude, die sie selbst bei der Betrachtung von unschuldigem Leben erfahren.

Viele Eltern erzählen, dass sie alle Sorgen und Nöte vergessen, wenn sie von der Arbeit nach Hause kommen und dann ihre Kinder sehen. Die ganze Last ist wie weggeblasen, die Spielfreude und der Anblick der Kinder tragen dazu bei, dass die Eltern ihre Sorgen vergessen.

Eine schöne Aussage: Zeigt sie doch, wie sehr Kinder durch ihr Dasein die Welt verändern können: Sie spielen, sie lachen, sie freuen sich, dass sie da sind. Erwachsene können auftanken, die Batterien laden wieder auf, alles Negative ist vergessen.

In der Schöpfungsgeschichte heisst es, dass Gott die Welt gut gemacht hat – und ich möchte Alighieri ergänzen: das Paradiesische können wir in vielen schönen Situationen erkennen: nicht nur in den Kinderaugen, auch in den Erwachsenenaugen, in den Augen von Senioren, Gesunden, Kranken, Menschen mit Behinderungen – in vielen Facetten zeigt sich etwas Paradiesisches.

Und wenn die Natur im Monat Mai ihre ganze Kraft entfaltet, kann dies für uns Ermutigung sein, selbst die Augen zu lenken auf die schönen Dinge in unserem Leben und wieder neu dankbar zu werden für all das Wunderbare, das uns geschenkt ist: uns anvertraute Menschen, Menschen, die in unser Leben hineinkommen, die wir sympathisch finden.

Aber auch Menschen, die uns unsympathisch sind, sind Kinder Gottes! Für die Natur, die erblüht, für die Tierwelt, für das, was ist, für alles Gute, das uns widerfährt. Wenn wir auf die Suche gehen, finden wir viel Paradiesisches in unserem Leben, wir müssen uns nur dafür öffnen.