Die 90. ist die Rebsteiner Minute

Rebstein ist gegen St. Otmar hoch überlegen, braucht beim 2:1-Sieg aber dennoch Glück: Das Siegtor durch Joker Nüesch fällt, wie schon ein paar Mal in dieser Saison, erst in der 90. Minute.

Mäx Hasler
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Simon Schranz (l.) schoss ein Traumtor, wie es nicht jede Saison glückt. (Bild: Mäx Hasler)

Simon Schranz (l.) schoss ein Traumtor, wie es nicht jede Saison glückt. (Bild: Mäx Hasler)

Rebstein holt in einem Spiel, das die Birkenauer eigentlich schon in der ersten Halbzeit hätten entscheiden müssen, durch ein Last-Minute-Tor des kurz vorher eingewechselten Florian Nüesch drei wichtige und auch hochverdiente Punkte. Hätten die Rebsteiner etwas effizienter agiert, hätten sie nicht bis zur letzten Sekunde um den Sieg zittern müssen.

Fast ein Punkt für «St. Harmlos»

St. Otmar, das eigentlich St. Harmlos heissen müsste, hatte im ganzen Spiel keine richtige Chance. In der ersten Halbzeit waren zwei fast identische Freistösse von Captain Brunner direkt in die Hände von Federer die einzigen zwei Schüsse aufs Tor. Anders die Platzherren.

Schon nach einer Minute hatte Nater eine Möglichkeit, das Skore zu eröffnen. Nach einer Viertelstunde versuchte es Ahmeti mit einem Kopfball, aber zu wenig energisch. Nach einer halben Stunde vergab wieder Nater die mögliche Führung.

Nach 32 Minuten schepperte es im Tor der St. Galler: Schranz drosch einen Ball, der quer durch den Otmärler Strafraum zischte, von der rechten Strafraumecke unhaltbar in die hintere hohe Torecke. So ein Tor gelingt nicht in jedem Spiel, ja nicht mal in jeder Saison. Praktisch mit dem Pausenpfiff vergab Redzepi das mögliche 2:0.

Die Gäste kamen Sekunden nach Wiederbeginn zum Ausgleich wie die Jungfrau zum Kind. Ein Missverständnis zwischen Eugster und Marco Lüchinger verwertete der wirbligste und gefährlichste Otmärler Frick zum überraschenden Ausgleich. Lüchinger zu diesem Tor: «Ich weiss nicht, wie das Tor gefallen war. Ich lag am Boden und bekam den Ball an den Kopf, der Sekundenbruchteile später im Tor lag.»

Rebstein reagierte auf diesen selbstgemachten Ausgleich und setzte St. Otmar stark unter Druck. Die Birkenauer erspielten sich Chancen im Minutentakt. Zweimal Schranz, davon eine 100-prozentige, zweimal Redzepi und Köppel mit Pfostentreffer hätten den Sack zumachen müssen. St. Otmars einzige Möglichkeit in der zweiten Hälfte war ein Schuss von Schmid nach knapp einer Stunde, der knapp daneben ging.

In letzter Minute

Nüesch, der von Trainer Nino Vrenezi in der 82. Minute für Ahmeti eingewechselt wurde, erlöste die strapazierten Nerven der Zuschauer. Ein Einwurf in der 90. Minute fiel «Flo» vor die Füsse, der kaltschnäuzig zum Siegtreffer einschoss.

Auch auf der Trainerbank hörte man einen Stein zu Boden plumpsen. Trainer Vrenezi sagte: «Nach der Niederlage im Cup hat meine Mannschaft eine tolle Reaktion gezeigt. Wir hätten das Spiel, das wir jederzeit im Griff hatten, allerdings schon frühzeitig entscheiden müssen.» Er müsse seinen Spielern nun klar machen, «dass wir nicht jedes Spiel erst in der letzten Minute entscheiden können. Obwohl ich eigentlich nichts dagegen habe.»