Derby im Keller und auf dem Estrich

In der dritten Runde des Frühlings kommt es in der 2. Liga zu den ersten Derbies: Bei Diepoldsau-Schmitter – Altstätten geht es bereits gegen den Abstieg, und bei St. Margrethen – Montlingen ist die Frage, wer den Anschluss an Leader Buchs wahren kann.

Yves Solenthaler
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Gelingt es dem FC St. Margrethen (rechts) wie in der Vorrunde, den Lauf des Oberrheintaler Rivalen FC Montlingen zu stoppen? (Bild: Archiv/Dominik Sieber)

Gelingt es dem FC St. Margrethen (rechts) wie in der Vorrunde, den Lauf des Oberrheintaler Rivalen FC Montlingen zu stoppen? (Bild: Archiv/Dominik Sieber)

FUSSBALL. Nur Montlingen ist mit vier Punkten aus zwei Spielen gut gestartet. Altstätten, Diepoldsau und überraschend auch St. Margrethen durften sich 2015 noch über keinen Punktgewinn freuen.

Montlingen bleibt bescheiden

Mit 24 Punkten dürfte das Saisonziel des FC Montlingen – nicht in den Abstiegskampf zu geraten – bereits erreicht sein. Mit vier Punkten hinter Leader Buchs könnten die Kolbensteiner nun höhere Ziele in Angriff nehmen.

Tun sie aber nicht. Trainer Jürgen Maccani sagt: «Rechnerisch ist der Klassenerhalt noch nicht gesichert.» Er bleibe demütig: «Für uns geht es darum, dass wir weiterhin die jungen Spieler ins Team einbauen.» So etwa Darryl Thurnherr – der 16-jährige Sohn von Rüthis Co-Trainer stand in den letzten zwei Spielen in der Startformation. Von der Favoritenrolle, die sein St. Margrether Antipode Duvnjak dem FCM zuschiebt, distanziert er sich: «Das können Sie gleich wieder vergessen: St. Margrethen hat andere Mittel und wohl bessere Einzelspieler als wir.»

Das heisst aber nicht, dass der FCM mit seinem «starken Kollektiv» chancenlos ist: «Ich erwarte wie in der Vorrunde ein umkämpftes bis hitziges Derby.»

St. Margrethen verteilte Ostereier

Das Kollektiv und der Wille sind auch die Attribute, die Duvnjak beim Stichwort FC Montlingen einfallen. Das zweite Rheintaler 2.-Liga-Spitzenteam hat den Rückrundenstart in den Sand gesetzt: «Dabei haben wir gar nicht so schlecht gespielt – in Schluein hatten alle mit einer Absage gerechnet, was sich auf die Einstellung auswirkte, und gegen Vaduz hat der gegnerische Goalie sehr stark gehalten.» Aber man habe passend zu den Feiertagen «Ostereier verschenkt». Er hat wie Maccani mit vielen Verletzten zu kämpfen, ist aber überzeugt: «Wenn wir ein Erfolgserlebnis schaffen, kommt unsere Maschinerie wieder zum Laufen.»

Körperlich sei sein Team aber topfit, und auch die Moral der Spieler lobt der Übungsleiter.

FCA-Knecht: «Positive Ansätze»

Der Wille seiner Mannschaft, vor allem in der zweiten Halbzeit des Buchs-Spiels, hat auch dem neuen Altstätter Trainer Emilio Knecht gefallen. Aber zwei Startniederlagen sind natürlich nicht nach seinem Gusto. Ihn ärgert die erste Halbzeit gegen Buchs: «Dort waren wir nicht bereit – und haben zudem Geschenke verteilt, die von einer starken Mannschaft natürlich angenommen werden.»

Von einem «Final-Charakter» in Diepoldsau will er allerdings nichts wissen: «Jede Partie ist wichtig: Wir werden am Samstag nicht absteigen, aber auch noch nicht den Ligaerhalt schaffen.»

Diepoldsau: Noch delikater

Noch delikater ist die Ausgangslage für Diepoldsau. Trainer Engelbert Hutter sagt: «So lange es rechnerisch möglich ist, werden wir nicht aufgeben.» Aber den finalen Charakter des Spiels gegen Altstätten negiert er nicht vollständig: «Sollten wir wieder verlieren, wird es ganz, ganz schwierig.»

Es ist wie vor zwei Wochen die Affiche Letzter gegen Zweitletzter: «Hoffentlich erleben wir kein Déjà-vu.» Damals war Diepoldsau beim 0:1 gegen Ems mindestens ebenbürtig. Überhaupt hat man nun vier Spiele in Folge mit einem Tor Differenz verloren. Das spricht dafür, dass sich Diepoldsau stabilisiert hat. Aber ohne Punkte nützt das im Abstiegskampf nichts. Der Verein zieht das Derby gross auf – etwas mit Einlauf-Kindern: «Es wird ein Fussballfest.» Stellt sich nur die Frage: Welches Lager hat nach dem Spiel etwas zu feiern?

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