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Der Wheely wird günstiger

ALTSTÄTTEN. Das Kreisgericht Rheintal hat einen wegen Rowdy-Fahrens angeklagten Rheintaler Töff-Mech weitgehend freigesprochen. Ausser dem Fahren auf einem Rad (Wheely) sei nichts belegt.
René Schneider
«Wheely» und «Beherrschen des Fahrzeugs» auf der Rennstrecke. (Bild: Archiv / Shutterstock)

«Wheely» und «Beherrschen des Fahrzeugs» auf der Rennstrecke. (Bild: Archiv / Shutterstock)

ALTSTÄTTEN. Statt 2050 Franken Busse und Gebühren, einer bedingten Geldstrafe von 2800 Franken und einem Eintrag ins Strafregister für die flotte Probefahrt mit einem Kunden-Töff muss der Rheintaler Töff-Mechaniker jetzt «nur» 300 Franken Busse und 200 Franken Gebühren bezahlen. (Wir berichteten zum Fall in der Freitag-Ausgabe vom 24. Februar.) Ein Polizist hatte letzten Juni den Töff-Mechaniker beobachtet, wie er zu schnell und teilweise nur auf dem Hinterrad zwischen Kriessern und Diepoldsau fuhr. In der Garage bei der Kontrolle stellte sich heraus, dass der Töff nicht eingelöst und das Nummernschild missbräuchlich montiert war.

Mildes Urteil

Entgegen der Forderung der Staatsanwaltschaft, den Mechaniker wegen zu schnellen Fahrens, Fahren eines Töffs auf einem Rad (Wheely), Fahrens eines Töffs ohne gültiges Kontrollschild, Fahren ohne Versicherungsschutz, missbräuchliches Verwenden eines Nummernschildes zu bestrafen, sprach das Kreisgericht diese Woche den Angeklagten weitgehend frei. Der Mechaniker muss darum lediglich für einen Achtel der Kosten aufkommen. Sieben Achtel muss der Staat bezahlen. Ebenso muss der Staat dem Angeklagten Verteidigungskosten von 5300 Franken erstatten.

Schuldig gesprochen wurde der Töff-Mechaniker nur wegen des «Wheely». Er war (mindestens zweimal) nur auf dem Hinterrad gefahren. In der Sprache des Gerichts heisst das «einfache Verletzung der Verkehrsregeln; mehrfaches Nichtbeherrschen des Fahrzeugs». Das Kreisgericht folgte im Urteil weitgehend der Einschätzung des Verteidigers des Angeklagten. Dieser hatte einzig eine Bestrafung wegen des «Wheely» gefordert. Alles andere sei nicht bewiesen.

Polizist war Zeuge

Der Töff-Mechaniker auf schneller Probefahrt zwischen Kriessern und Diepoldsau war im letzten Juni von einem Polizisten beobachtet worden. Er hatte den Probefahrer nicht mit einem Radargerät gemessen, aber zuhanden der Staatsanwaltschaft später bezeugt, der Fehlbare sei ausserorts «deutlich über 80 km/h» gefahren. Der Polizist fuhr dem Töff-Mechaniker damals bis zu dessen Werkstatt nach und stellte ihn. Der Mechaniker räumte das Fahren im «Wheely» ein und auch, eventuell «kurz» die erlaubte Höchstgeschwindigkeit «leicht» übertreten zu haben.

Im Zweifel für den Angeklagten

Das Gericht entschied, die Geschwindigkeits-Überschreitung sei «nicht ausreichend nachgewiesen». Der Polizist sei dem Mechaniker auf dem Töff «mit teilweise beträchtlichem Abstand» nachgefahren, und es gebe kein Messprotokoll. Der Fehlbare sei darum «in dubio pro reo» in diesem Punkt freizusprechen.

Im Anklagepunkt des Fahrens mit ungültigem Nummernschild und darum ohne Versicherungsschutz folgte das Gericht der Argumentation des Verteidigers: Der Töff-Mechaniker habe guten Glaubens davon ausgehen können, dass das Kundenfahrzeug mit montiertem Nummernschild kurz vor der Auslieferung rechtsgültig eingelöst und versichert war. Der Mechaniker hatte schon in der ersten Befragung dem Polizisten gegenüber erklärt, er sei von einem korrekt eingelösten Fahrzeug ausgegangen. Sonst hätte er die «Garagen-Nummer» montiert.

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