«Der Vorwurf ist ein Witz»

Der Mann, der Ex-Boxer Stefan Angehrn Kokainhandel vorwirft, ist Patric Suter. Er wurde im Schenkkreis-Prozess wegen dreifachen Mordes verurteilt.

Ida Sandl
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KREUZLINGEN. Am liebsten wäre es Stefan Angehrn, sie wären sich nie begegnet. Patric Suter, der Schweizer Rekordhalter im Hammerwurf, und der ehemalige Thurgauer Boxer trafen sich im Fitness-Center in Wil. Der Schaffhauser Suter verkaufte kurze Zeit später Schlankheitsprodukte für die gleiche Firma wie Angehrn.

Das war vor fünf Jahren. Eine Freundschaft entwickelte sich damals nicht. Sie hätten sich nicht mal richtig kennengelernt, sagt Angehrn. «Ich habe ihn vielleicht fünfmal gesehen.» Doch Suter belastet Angehrn schwer. Bei den Vernehmungen zu den Schenkkreis-Morden in Grenchen soll er mehrmals ausgesagt haben, er sei für Angehrn als Drogenkurier tätig gewesen. 115 Kilo Kokain habe er aus Deutschland in die Schweiz eingeführt. Die Transporte hätten zwischen April und Oktober 2008 stattgefunden, Kokain soll auch in Lipperswil gelandet sein. Deshalb ermittelt die Staatsanwaltschaft Kreuzlingen. Angehrn sagt, der Vorwurf sei «ein Witz». Suter ist wegen dreifachen Mordes verurteilt. Das Gericht will ihn lebenslänglich hinter Gittern sehen. Er hat Berufung eingelegt, ebenso seine beiden Mittäter. Weshalb Suter gegen ihn aussagt, weiss Angehrn nicht. Es habe keinen Streit zwischen ihnen gegeben: «Er war mir eigentlich sympathisch.»

Er hat nur geschwiegen

Vielleicht wolle er einfach nur Öffentlichkeit und habe sich deshalb einen prominenten Namen ausgesucht. Zwischendrin habe Suter die Aussage widerrufen. Als Angehrn im Oktober verhaftet wurde, kam es zu einer Konfrontationseinvernahme. Dabei habe Suter eineinhalb Stunden lang geschwiegen. Angehrn: «Er konnte mir nicht in die Augen sehen.»

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