Der Verkehr auf der Notbrücke rollt

Seit gestern früh ist die Behelfsbrücke von Höchst nach St. Margrethen befahrbar, zumindest einspurig. Heute soll sie auch in Richtung Vorarlberg geöffnet und die alte Grenzbrücke geschlossen werden.

Kurt Latzer
Merken
Drucken
Teilen
Ab heute soll der Verkehr auf der Behelfsbrücke in beide Richtungen fliessen und die alte Grenzbrücke gesperrt werden. (Bild: Kurt Latzer)

Ab heute soll der Verkehr auf der Behelfsbrücke in beide Richtungen fliessen und die alte Grenzbrücke gesperrt werden. (Bild: Kurt Latzer)

ST. MARGRETHEN. Die Fahrbahn ist hoch. So hoch, dass das Höchster Zollgebäude nicht zu sehen ist, wenn man vor der Brücke steht. Mit der Eröffnung der Übergangslösung läutet das Bundesamt für Strassen (Astra) eine weitere Etappe bei den Vorbereitungsarbeiten zur Sanierung der A1 zwischen Rheineck und St. Margrethen ein. Seit gestern rollt der Verkehr über die Behelfsbrücke, die innerhalb weniger Monate erstellt worden ist.

Keine Autos auf der A1

Funktioniert alles wie geplant, soll ab heute der Verkehr auch in Richtung Vorarlberg über die Stahlkonstruktion rollen. Während sich dann die Personenwagen und Lastwagen über die Behelfsbrücke quälen, beginnen an der alten, gesperrten Brücke die Vorbereitungsarbeiten für ihren Abbruch.

Der soll in der Nacht vom Samstag, 26., auf Sonntag, 27. September, über die Bühne gehen. Aus Sicherheitsgründen lässt man von 20 bis 6 Uhr keine Fahrzeuge auf die Autobahn. Der gesamte Verkehr wird bei den Ausfahrten Rheineck und St. Margrethen von der A1 geleitet. Einige Stunden vor und nach der Totalsperre ist die Autobahn im Baustellenbereich in beiden Richtungen nur einspurig befahrbar. «Der Spurabbau erfolgt am Samstag von 16 bis 20 Uhr und am Sonntagmorgen von 6 bis etwa 11 Uhr», sagt Karin Unkrig, Mediensprecherin des Astra, Abteilung Winterthur, auf Anfrage. Die Behelfsbrücke zwischen St. Margrethen und Höchst sei jederzeit normal befahrbar.

Holz, Stein und danach Beton

Mit dem Abbruch der bestehenden und dem Bau der neunen Brücke wird in der Geschichte grenzüberschreitender Bauten zwischen Höchst und St. Margrethen ein neues Kapitel aufgeschlagen. Schon die Römer sollen an der Stelle Wachtürme errichtet haben. Der Fährbetrieb zwischen den beiden Gemeinden fand mit dem Bau der ersten Holzbrücke 1870 ein Ende. In der Mitte dieses Bauwerks habe es eine Inschrift gegeben, die da lautete: «Wer findet wohl in der Mitte dieser Brücke zwischen Österreich und der Schweiz noch eine Lücke?» Diese Tafel-Inschrift fand an der 1913 gebauten Steinbrücke keine Verwendung mehr.

Nachdem das länderverbindende Bauwerk zwei Weltkriege überstanden hatte, wurde es in der Mitte der 1960-Jahre – im Zuge des Autobahnbaus – verbreitert und verstärkt.

Mehr Platz für Lastwagen

Weniger als zwei Jahrzehnte nach der Sanierung zeigte sich, dass die Brücke den ständig steigenden Anforderungen nicht mehr genügte. Vor allem die Situation für Velofahrer und Fussgänger war nicht mehr tragbar. Mit dem Bau einer modernen Brücke soll auch dieses Problem gelöst werden. Denn die schwächsten Verkehrsteilnehmer bekommen eine eigene, sicherere Spur.

Im Frühjahr 2018 soll der neue Grenzübergang für die Benutzer freigegeben werden. Verbesserungen soll es dann auch in Höchst geben. Westlich des Höchster Zollamtes soll für den Schwerverkehr ein neuer Platz zur Verfügung stehen. Er ersetzt die derzeitigen Abstellflächen für Lastwagen zwischen dem Höchster Gemeinde- und dem Zollamt.