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Der Unternehmer mit dem Fülli

20 Jahre lang war Roland Köhler Abonnent von «Vinum», Europas grösstem Weinmagazin. Heute gehört es ihm. Seine Firma Kömedia verlegt, betreut und betreibt eine breite Palette erfolgreicher Print- und Online-Produkte.
Gert Bruderer
Roland Köhler ist einer jener Verleger, die sich ausdrücklich zur Zukunft der Printmedien bekennen. (Bild: pd)

Roland Köhler ist einer jener Verleger, die sich ausdrücklich zur Zukunft der Printmedien bekennen. (Bild: pd)

AU/ST. GALLEN. Mit der Füllfeder zeichnet der 56-Jährige drei Felder auf ein Blatt Papier. Sie veranschaulichen, was seine Firma alles macht. Anzeigenmarketing steht in Feld eins, verlegerische Tätigkeit im Auftrag von Verbänden in Feld zwei. Zu einem dritten wichtigen Segment hat sich die Herausgabe eigener Titel entwickelt. Das sind ausser dem «Vinum» zum Beispiel das Jahrbuch zum Strassenverkehr, das Schweizer Energiefachbuch oder «scriptura», ein Jahrbuch zur Kultur des Schreibens.

Kugelschreiber zu verwenden, kommt für Roland Köhler nicht in Frage. Der in Heerbrugg aufgewachsene und seit elf Jahren in Au lebende Unternehmer besitzt eine ganze Reihe von Füllis und bedient sich bei der Unterzeichnung wichtiger Verträge stets desselben Schreibgeräts. Ginge er kaputt, liesse Köhler ihn reparieren. Wäre etwas Wichtiges zu unterzeichnen, würde er solange warten, bis der Fülli wieder zur Verfügung stünde.

Ideen in der Natur

Ganz gleich, ob schöne Schreibgeräte, alte Autos oder andere exklusive Objekte: Roland Köhler liebt die Dinge, die den Augen schmeicheln. Aber auch an einer schönen Formulierung kann er Freude haben wie an einem edlen Gegenstand. Errungenschaften wie die Schreibkultur sieht Köhler ungern schwinden, und dem früheren Verlegertypus, der mit grosser Leidenschaft am Werk ist, trauert er ein wenig nach. Zu zahlreich seien die Betriebsökonomen, die «wie lebende Taschenrechner ihrem Geschäft nachgehen».

Zumal sich sein eigenes Leben nicht nur um Zahlen und Excel-Tabellen drehe, entstünden seine Ideen auch nicht am Bürotisch, sondern am Strand, in den Alpen, irgendwo in der Natur.

«Schweizer Jugend» verteilt

Schon als Kind hatte Köhler mit Literatur seine ersten Rappen und Franken verdient. In seinem damaligen Wohnquartier Weed in Heerbrugg verteilte er die «Schweizer Jugend». Nach einer Banklehre kam Roland Köhler – über weitere Stationen – 1982 zur Künzler Bachmann Medien AG in St. Gallen, die er vor einem Jahr übernahm und nun in Kömedia umtaufte.

Heute verlegt und betreut die Kömedia AG mit ihren rund 40 Mitarbeitenden über 30 nationale Zeitschriften und Spezialpublikationen, 6 verschiedene Jahrbücher und 7 Internet-Portale.

Druck ist nötig

Manchmal brauche es den Druck, sagt Roland Köhler. Was für die Skibranche das Snowboard gewesen sei (anfangs ein Fluch, letztlich ein Segen), sei für die Verleger das Internet. Der Zwang, sich Neuem hinzugeben, sich in einem neuen Umfeld zu behaupten, bringe eine Branche weiter. Aber eben, nur mit Leidenschaft sei viel erreichbar.

Köhlers bestes Beispiel ist das «Vinum», seine «Herzensangelegenheit». Er lacht: «Als ich das <Vinum> kaufte, dachte ich, ich kaufe eine Zeitschrift, doch zwei Jahre später ist ein ganzer Kosmos draus geworden.» Multimediale Projekte wurden lanciert, Anlässe organisiert, Verbindungen in alle Welt geknüpft. Für dieses Jahr sind rund ein Dutzend Degustationen mit je 600 Teilnehmenden geplant, ausserdem organisiert die Kömedia AG den «Grand Prix du Vin Suisse».

Europas grösstes Weinmagazin auf den Weg des Erfolgs zurückzuführen, sei «ein spezieller Hosenlupf» gewesen, umso schöner sei nun diese «Neverending Story». Im Moment arbeitet Köhlers Firma an einer App-Lösung für Weinliebhaber: Im Restaurant sollen sie dank dieses kleinen Programms für das iPhone zu hilfreichen Informationen gelangen.

Für seine Kunden und andere Interessenten hat Roland Köhler eine schöne Broschüre anfertigen lassen, die Auskunft über das vielseitige Wirken seines Unternehmens gibt. «kömedia mit Leidenschaft» steht auf dem Umschlag; auf den beiden ersten Seiten findet sich – als hübsches Credo – ein Zitat des früheren deutschen Spitzenmanagers Alfred Herrhausen: «Wir müssen das, was wir denken, sagen. Wir müssen das, was wir sagen, tun. Und wir müssen das, was wir tun, dann auch sein.»

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