Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Der Steinbruch macht Schule

STAAD. Zwei Schulklassen verbringen einen lehrreichen Erlebnistag auf dem Areal der Bärlocher Steinbruch & Steinhauerei AG, wo sie unter fachkundiger Anleitung eine Vielfalt von bedrohten Tieren und Pflanzen entdecken.
Gisela Tobler
Froschfang im Teich: Unterstützt von Beat Haller, Leiter Abteilung Natur und Welt des Fachverbandes der Schweizerischen Kies- und Betonindustrie FSKB, suchen Schulkinder im Teich nach Tieren und Pflanzen. (Bild: Gisela Tobler)

Froschfang im Teich: Unterstützt von Beat Haller, Leiter Abteilung Natur und Welt des Fachverbandes der Schweizerischen Kies- und Betonindustrie FSKB, suchen Schulkinder im Teich nach Tieren und Pflanzen. (Bild: Gisela Tobler)

Staad. Grauer Sandstein, so weit das Auge reicht. Männer in signalfarbener Schutzbekleidung verrichten ihre Steinhauerarbeiten. Riesige Bagger und Arbeitsgeräte verursachen zum Teil ohrenbetäubenden Lärm. Für einmal halten sich auf dem Gelände auch vierzig Schulkinder aus Altstätten auf. In vier Gruppen und mit Schutzwesten ausgerüstet, erkunden sie die Tier- und Pflanzenwelt rund um den Steinbruch im Staader Kreienwald.

Bergmolche und Wasserbienen

Tatsächlich offenbart sich in dieser lauten und vermeintlich unwirtlichen Umgebung eine faszinierende Naturvielfalt. Am Fusse der Abbaustelle gibt es kleine Teiche, wo sich Bergmolche, Wasserbienen, Wasser- und Grasfrösche sowie Libellen- und Köcherfliegenlarven tummeln. Diese zum Teil vom Aussterben bedrohten Tiere finden im Steinbruch ideale Lebensbedingungen vor.

Trockenmauern errichten

Instruiert werden die Kinder von Beat Haller, Leiter der Abteilung Natur und Welt des Fachverbandes der Schweizerischen Kies- und Betonindustrie FSKB. Er hat kleine Fischernetze und Lupengläser mitgebracht, damit die kleinen Teichbewohner von den Drittklässlern genau inspiziert werden können. Konzentriert ziehen sie die Netze durchs Wasser und präsentieren stolz ihren Fang: «Herr Haller, schauen Sie, eine Wasserbiene», ruft eines der Schulkinder. «Ist das jetzt ein Bergmolch?», tönt es von der anderen Seite her. «Schaut her, ich habe einen Frosch!» Und ein Mädchen lässt einen dicken, fünf Zentimeter langen schwarzen Käfer über ihre Finger krabbeln und meint fasziniert: «Er ist so wunderschön.»

Mit Lydia Ziltener, die an der ETH Erdwissenschaften studiert hat und nun bei der FSKB ein Praktikum absolviert, begeben sich die Kinder neben das Abbaugelände, wo sie aus Steinbrocken eine Trockenmauer errichten, um Lebensraum für Ringelnattern und Zauneidechsen zu schaffen. Gleichzeitig entfernen sie den wuchernden Sommerflieder, eine artfremde Pflanze, die das heimische Ökosystem stört. Gern gesehen ist hingegen das Johanniskraut, das hier ideale Bedingungen vorfindet und prächtig gedeiht. Die Arbeit im steilen Gelände ist anspruchsvoll, doch die Kinder kennen keine Müdigkeit und packen eifrig mit an.

Eine weitere Gruppe vergnügt sich mit den beiden Klassenlehrerinnen bei Naturspielen im Kreienwald. Die Schülerinnen und Schüler lassen ihre Phantasie walten und fertigen aus der Fülle von Materialien, die der Wald zu bieten hat, hübsche Kunstwerke. Diese werden nicht mit nach Hause genommen, sondern vor Ort deponiert. Die Buben freuen sich vor allem auf die Besichtigung des Steinbruchs mit Betriebsinhaber Hans-Jakob Bärlocher. Aus nächster Nähe können sie den grössten Bagger der Ostschweiz bewundern und miterleben, wie ein riesiger Rorschacher Sandsteinblock aus dem Felsen gefräst wird.

Schonender Eingriff

Hans-Jakob Bärlocher hat sich gerne für das FSKB-Projekt «Lernort Kiesgrube und Steinbruch» zur Verfügung gestellt, wie er erzählt: «Nicht nur, weil bei der Steingewinnung ein möglichst schonender Eingriff in die Natur längst verpflichtender Bestandteil der Betriebsbewilligung ist, sondern auch weil mir die Erhaltung der Lebensräume für bedrohte Tiere und Pflanzen persönlich sehr am Herzen liegt.»

Weitere Informationen für Lehrkräfte, die sich für den Lernort Steinbruch und Kiesgrube interessieren, gibt es unter www.fskb.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.