Der Stadtbach braucht mehr Platz: Das Altstätter Hochwasserschutzprojekt wird nächstes Jahr öffentlich aufgelegt

Das Hochwasserschutzprojekt Stadtbach ist schon weit entwickelt und soll 2021 öffentlich aufgelegt werden.

Reto Wälter
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Stadtrat Hans Städler (Präsident der Bachkommission, links) und Thomas Stofer (interner Projektleiter der Stadt Altstätten für die Projekte Stadt- und Brendenbach) geben einen Überblick über das komplexe Grossprojekt Stadtbach. Auf Höhe des Klausweg-Stegs fliesst der Stadtbach eng kanalisiert durch eine wildromantische Hinterhofidylle. Ihm hier mehr Platz zu geben, ist kein leicht zu lösendes Problem.

Stadtrat Hans Städler (Präsident der Bachkommission, links) und Thomas Stofer (interner Projektleiter der Stadt Altstätten für die Projekte Stadt- und Brendenbach) geben einen Überblick über das komplexe Grossprojekt Stadtbach. Auf Höhe des Klausweg-Stegs fliesst der Stadtbach eng kanalisiert durch eine wildromantische Hinterhofidylle. Ihm hier mehr Platz zu geben, ist kein leicht zu lösendes Problem.

Bild: Reto Wälter Bild: Max Tinner

Das Hochwasserschutzprojekt Stadtbach, mit Kosten von rund 20 Mio. Franken veranschlagt, ist komplex. Angefangen bei der Länge: Es beginnt beim Durchlass Frauenhofplatz und endet beim «Guten Hirten» (Höhe Jung Rhy) – eine Strecke von 1200 Meter Länge. Es führt durch eng besiedeltes Altstadtgebiet, neben und unter diversen und viel befahrenen Strassen und Kreuzungen durch. Hauptproblem: Der Stadtbach braucht mehr Platz, damit bei einem Hochwasserereignis 55 Kubikmeter Wasser pro Sekunde abfliessen können.

«In die Tiefe zu gehen, also die Bachsohle abzusenken, ist nur eine Option, wenn es nicht anders möglich ist», sagt Thomas Stofer, der interne Projektleiter Stadt- und Brendenbach. Der Grund ist, dass die Höhendifferenz der Bachsohle vom Frauenhofplatz bis zum bestehenden Geschiebesammler «Guter Hirte» nur 24 Höhenmeter beträgt. Um zusätzliche Abflusskapazität zu schaffen, muss man deshalb in die Breite gehen. Davon sind Grundstückbesitzer betroffen.

Stadtbach und Ortsbild werden aufgewertet

Ein weiterer Aspekt, ein positiver, ist der städtebauliche. Das Projekt bietet Chancen, den Bach ins Ortsbild zu integrieren, schöner zu präsentieren und zugänglicher zu machen. Zurzeit sieht man ihn kaum und der Stadtbach sieht eher aus wie ein Kanal. Die markanteste Änderung diesbezüglich sieht vor, bei den Hintergärten einen Zugang, ja sogar einen Platz mit einem Wasserspiel zu schaffen.

Aber auch an anderen Orten, etwa an der Churerstrasse unterhalb des Klosters, sind Uferabflachungen vorgesehen. Projektleiter Stofer sagt, dass man sich derzeit zudem überlege, wie an dieser Stelle der Langsamverkehr besser geführt werden könnte: die Fussgänger, sprich Schüler und Kindergärtner, die dort von den naheliegenden Schulhäusern unterwegs sind, aber auch die Velofahrer.

Stadtrat Hans Städler (Präsident der Bachkommission, links) und Thomas Stofer (interner Projektleiter der Stadt Altstätten für die Projekte Stadt- und Brendenbach) geben einen Überblick über das komplexe Grossprojekt Stadtbach. Auf Höhe des Klausweg-Stegs fliesst der Stadtbach eng kanalisiert durch eine wildromantische Hinterhofidylle. Ihm hier mehr Platz zu geben, ist kein leicht zu lösendes Problem.

Stadtrat Hans Städler (Präsident der Bachkommission, links) und Thomas Stofer (interner Projektleiter der Stadt Altstätten für die Projekte Stadt- und Brendenbach) geben einen Überblick über das komplexe Grossprojekt Stadtbach. Auf Höhe des Klausweg-Stegs fliesst der Stadtbach eng kanalisiert durch eine wildromantische Hinterhofidylle. Ihm hier mehr Platz zu geben, ist kein leicht zu lösendes Problem.

Bild: Reto Wälter Bild: Max Tinner

Verkehr Richtung Stadt besser regeln

Fahrradwege in die Stadt sind rar; das Riet als Radlerparadies ist nicht mit der Stadt verbunden. Kommt dazu, dass die Brücke beim Kloster und auch die Brücke bei der Verzweigung nach Oberriet und Richtung Bahnhofstrasse neu gebaut werden müssen, weil die Durchlässe zu eng sind. «Hier bietet sich für Altstätten eine einmalige Chance, was die Verkehrsführung allgemein Richtung Altstadt anbelangt: Mit der Churer- und der Bahnhofstrasse führen nämlich gleich zwei wichtige Strassen parallel in die gleiche Richtung», gibt Thomas Stofer zu bedenken, der auch Leiter der Technischen Betriebe der Stadt ist. Er ist dabei seit das Vorprojekt Hochwasserschutz Stadtbach 2016 ausgearbeitet wurde und sich dabei herausstellte, dass die drei grossen Strassenbrücken neu gebaut werden müssen. Denn auch die Frauenhofkreuzung gehört dazu. Ein Grund für den Neubau dort ist, dass der Durchlass zu eng und die Kurve abgeflacht werden soll.

Auflage für das Projekt ist 2021 geplant

Dies kam bei den Untersuchungen heraus, die der Kanton verlangte, nachdem er 2018 die Vorprüfung für das Hochwasserschutzprojekt durchgeführt hatte. Diese und weitere Erkenntnisse aus den Untersuchungen wurden und werden derzeit ins Projekt eingearbeitet.

Ziel ist, es 2021 aufzulegen. «Es wird noch viel Wasser den Stadtbach hinunterfliessen, bis man mit dem Bau beginnen kann», sagt Stadtrat Hans Städler, Präsident der Bachkommission. Allerdings hoffe er schon, dass man zügig vorwärts machen könne, denn am sanierungsbedürftigen Bachlauf nichts zu tun, koste auch: «Immer wieder werden Steine he­rausgerissen, seitliche Mauerteile unterspült – und noch so schnell ist man bei Reparaturen, die 30000 bis 40000 Franken kosten, die aber aus Sicherheitsgründen nicht aufgeschoben werden können.»