Der Sportchef ist jetzt auch der Trainer

Die Saison der Rheintal Gators begann mit drei Niederlagen, dann folgten drei Siege. Diese Resultate zeigen, dass es im Sommer Änderungen gegeben hat. Im Team und an der Bande. Dort steht jetzt Thomas Schär – wie lange, ist allerdings unklar.

Remo Zollinger
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Mit diesem Team und Trainer Thomas Schär (mittlere Reihe, ganz links) nahmen die Rheintal Gators die Erstliga-Saison 2018/19 in Angriff. (Bild: Lars Tinner)

Mit diesem Team und Trainer Thomas Schär (mittlere Reihe, ganz links) nahmen die Rheintal Gators die Erstliga-Saison 2018/19 in Angriff. (Bild: Lars Tinner)

Thomas Schär ist bei den Gators ein Mann für alle Fälle. Er ist seit 13 Jahren im Verein, ist Sportchef, Vorstandsmitglied – und neu auch Trainer. «Das sind etwa 20 Stunden Aufwand pro Woche», sagt der 44-Jährige. Um das Traineramt hat er sich nicht gerissen. Er trat es an, weil Vorgänger Simon Gugelmann aus familiären Gründen kürzer getreten ist und Schär als Sportchef keinen neuen Übungsleiter gefunden hat.

«Der Markt ist ausgetrocknet», sagt Schär, der mit sich humorvoll-hart ins Gericht geht. So steht auf der Gators-Homepage in einer Zwischenbilanz, der neue Trainer sei «chaotischer und unstrukturierter als sein Vorgänger», seine Fachkompetenz im Unihockey sei sehr bescheiden. Geschrieben hat den Artikel Schär selbst. Er macht nicht sich schlecht, sondern ehrt den Vorgänger: Schär sagt, Gugelmann sei sehr akribisch gewesen, habe sich etwa mit Videoanalysen auf Gegner vorbereitet. Schär hingegen hat nie Unihockey gespielt. Er kommt aus dem Eishockey – und abgesehen vom Stock haben die Sportarten nicht so viel gemeinsam, wie es auf den ersten Blick scheint.

Thomas Schär kann auf viel Unterstützung zählen

Thomas Schär arbeitet anders als sein Vorgänger. «Die Spieler haben meine Art aber gut angenommen», sagt er, der sich als Interimscoach bezeichnet. Denn Sportchef Schär sucht einen Nachfolger für Trainer Schär: «Vielleicht bin ich schon in drei Wochen nicht mehr Trainer. Vielleicht aber auch erst nächste Saison.»

Allein ist Schär aber nicht. So trainiert das Team einmal pro Woche mit Athletiktrainer Christoph Schefer, der seine grosse Erfahrung aus Laufsportarten mit den Gators teilt. Mit Jürg Siegrist assistiert den Trainer ein weiterer früherer Eishockeyspieler («dann haben wir zusammen keine Ahnung», scherzt Schär), und der langjährige Betreuer Lars Spirig ist immer noch dabei.

Und dann sind da noch Arbnor Papaj und Martin Ostransky: Als Leistungsträger im Team unterstützen auch sie Schär bei den Trainings. Sie sind nicht nur auf dem Feld Gold wert.

Auch im Team gab es einige Änderungen

Seit 1998/99 führt der Club eine ewige Scorerliste. Dort ist Papaj Zweiter, mit 366 Punkten in zehn Saisons. Ostransky hat 138, spielt aber auch erst seit drei Jahren bei den Gators. Der Tscheche hat auf diese Saison hin einen tschechischen Kollegen bekommen: Pavel Machala ist neu bei den Gators. Er kam, weil der langjährige Captain Simon Köppel aufgehört hat, auch Luc Durot, Roger Metzler und zwei Torhüter der letzten Saison nicht mehr dabei.

Das Tor hütet neu Andreas Flury, der aus der Juniorenabteilung des NLA-Clubs Malans zu den Gators stiess. Der junge Goalie hat schon starke Leistungen gezeigt – und er passt ins Team, denn die Jugendförderung ist den Gators weiterhin sehr wichtig. Die Mannschaft ist jung, auf der Kaderliste stehen 14 Akteure, die noch bei den Junioren spielen könnten und das teils auch tun.

Einige gehören auch schon zum Stamm, wie der 17-jährige Jens Aerni, der oft in der ersten Linie zum Einsatz kommt. «Er spielt wie ein alter Hase», sagt der Trainer, der die OMR-Sportschule lobt. Aerni hat diese besucht und es schon ins Fanionteam geschafft – weitere talentierte Absolventen sollen bald folgen.

Mit den sechs bisherigen Spielen in der 1. Liga ist Thomas Schär zufrieden – abgesehen vom ersten. «Wir waren im Kopf nicht bereit», sagt er über die 7:11-Pleite gegen Bassersdorf, die auf eine Siegesserie in der Vorbereitung folgte. Das Schlüsselspiel sei das gegen Limmattal gewesen, in dem die Gators trotz Niederlage nahe am Sieg waren. Darauf folgten drei Vollerfolge.

Nervös seien Team und Staff nach drei Startniederlagen nicht geworden. Ohnehin gehen die Gators, die in der letzten Saison den Playoff-Halbfinal erreicht haben, 2018/19 locker an. «Wir setzen uns kein konkretes Rangziel. Das heisst aber nicht, dass wir nicht ehrgeizig sind», sagt Thomas Schär. Es gehe darum, in jedem Spiel so gut wie möglich zu spielen, sich stets zu verbessern – als Team und individuell. (rez)

Bisherige Ligaspiele: Gators – Bassersdorf 7:11, Herisau – Gators 6:4, Limmattal – Gators 7:6, Gators – Frauenfeld 7:6, Vipers – Gators 6:8, Gators – Zuger H. 7:4.

Anstehende Ligaspiele: 27.10.: Bülach – Gators, 3.11.: Gators – Flames, 10.11.: Zürisee – Gators, 11.11.: Gators – Toggenburg, 17.11.: Luzern – Gators, 24.11.: Bassersdorf – Gators, 1.12.: Gators – Herisau, 2.12.: Gators – Limmattal, 15.12.: Frauenfeld – Gators, 16.12.: Gators – Vipers, 22.12.: Zuger H. – Gators, 4.1.2019: Gators – Bülach, 13.1.: Flames – Gators, 19.1. Gators – Zürisee, 9.2.: Toggenburg – Gators, 10.2.: Gators – Luzern.

Rangliste (alle 6 Spiele): 1. Flames 14, 2. Bülach 13, 3. Zürisee 12, 4. Frauenfeld 9 (+2), 5. Herisau 9 (+1), 6. Luzern 9 (+1), 7. Gators 9 (-1), 8. Limmattal 9 (-6), 9. Vipers 8 (+8), 10. Bassersdorf 8 (-1), 11. Zuger H. 8 (-6), 12. Toggenburg 0.