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Der Seepegel steigt und steigt

Erst heute wird nach den Unwettern vom Donnerstag am Bodensee der Höchststand erwartet. Es dürfte bei der zweithöchsten Gefahrenstufe bleiben. Das aussergewöhnliche Ereignis lockt viele Schaulustige an.
Die Rorschacher Seeuferpromenade zieht viele Schaulustige an, die ihre Freude am – bis gestern noch harmlosen – Hochwasser haben. (Bild: Urs Bucher)

Die Rorschacher Seeuferpromenade zieht viele Schaulustige an, die ihre Freude am – bis gestern noch harmlosen – Hochwasser haben. (Bild: Urs Bucher)

Der Campingplatz Marina Rheinhof in Altenrhein steht unter Wasser. Bis zu 30 Zentimeter hoch steht der Bodensee in den Gärtchen. Horst Goldener besitzt dort eines der Mobilheime. Laut ihm kommen die Bewohner mit einem blauen Auge davon. Bis auf wenige Ausnahmen sei noch kein Wasser in die Behausungen eingedrungen. «Beim letzten Hochwasser 1999 stand das Wasser hier noch um einiges höher», erinnert er sich. Beinahe alle Nutzer hätten damals ihre Häuser erhöht, um gegen ein erneutes Hochwasser gewappnet zu sein. Und bis das Wasser wieder abfliesst, fahren die Camper mit dem Schlauchboot zum Grillfest im Gemeinschaftshaus.

Höchststand heute erreicht

Am Wochenende ist der Bodensee weiter angestiegen, aber etwas weniger stark als nach den Unwettern vom Donnerstag erwartet. Trotzdem ist der Pegel allein gestern zwischen 9 und 16 Uhr um vier weitere Zentimeter gestiegen. Der Höchststand wird laut den Berechnungen der Behörden heute erreicht. In Romanshorn dürfte der Pegel dann bei 397,34 Metern über Meer liegen. Das wären sechs Zentimeter unterhalb der Grenze für die höchste Gefahrenstufe des Bundes. Im Moment gilt für den See die Gefahrenstufe vier von fünf.

Feuerwehren überall im Einsatz

Über verheerende Schäden infolge des Hochwassers war bis gestern Abend nichts bekannt. In Rorschach schwappte der See im Hafen über das Ufer und erstmals bis auf die Eisenbahnschienen. Die Feuerwehren am Bodensee waren überall im Einsatz und kümmerten sich unter anderem um überflutete Keller. Auch im Raum Appenzell musste die Feuerwehr ausrücken.

Weil es erneut stark geregnet hatte, geriet in Gontenbad ein Hang ins Rutschen und strömte auf ein Trottoir. Auch dort floss Wasser in mehrere Kellergeschosse. In Steckborn zog das Hochwasser gestern zahlreiche Schaulustige an. Mit Regenschirmen und hochgekrempelten Hosen staksten sie den teilweise überfluteten Adolf-Deucher-Quai entlang. Auch dort ist der See bis heute noch etwas gestiegen, die Flüsse trugen aber bereits am Wochenende immer weniger Wasser. Am Freitag spülte der Alpenrhein noch 2400 Kubikmeter Wasser pro Sekunde in den See. Gestern waren es laut Marco Baumann vom Thurgauer Amt für Umwelt noch 800 Kubikmeter. Dass bislang das Wasser nur in wenige Liegenschaften am See eingedrungen ist, sieht Baumann auch als einen Erfolg der baulichen Auflagen in Hinblick auf Hochwasserschutz.

Gemeinden sind vorbereitet

In Berlingen musste die Seestrasse, die Hauptverkehrsader, halbseitig gesperrt werden. Damit weder Fussgänger noch die Hausfassaden leiden, wurde mit Planen ein Spritzschutz aufgebaut. Sollte der See wider Erwarten weiter steigen, müssten als nächstes die elektrischen Verteilerkabinen zusätzlich mit Sandsäcken gesichert werden. «Die Hochwassermassnahmen, die wir bislang getroffen haben, sollten knapp ausreichen», sagt der Steckborner Stadtpräsident Roger Forrer. (end/lsf/rtl)

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