Der Schiri, der nichts hört

FUSSBALL. Beim 2.-Liga-Match Rorschach gegen Triesen hiess der Schiedsrichter Tuncay Niederberger. Der Glarner leitet oft Spiele der 2. und 3. Liga – aussergewöhnlich Niederbergers Erwähnung, weil er gehörlos ist.

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Bravourös: Tuncaj Niederberger. (Bild: Michel Canonica)

Bravourös: Tuncaj Niederberger. (Bild: Michel Canonica)

Beim 2.-Liga-Match Rorschach gegen Triesen hiess der Schiedsrichter Tuncay Niederberger. Der Glarner leitet oft Spiele der 2. und 3. Liga – aussergewöhnlich Niederbergers Erwähnung, weil er gehörlos ist.

Die Spieler kennen den Ref bereits, die anderen werden vor dem Match darüber informiert, dass der Schiedsrichter gehörlos ist. Seine Aufgabe als Schiedsrichter löst Niederberger bravourös: unauffällig, aber immer auf Ballhöhe.

Reaktionen der Spieler auf Schiedsrichterentscheide gehören in unteren Ligen dazu wie der Ball. Beim 1:1 für Triesen reklamierte Rorschachs Goalie Leasi lauthals, er sei behindert worden. Wie bei anderen Schiedsrichtern führen diese Klagen bei Niederberger zu nichts. Nach der Pause führte der Ex-Auer Oliver Baumann die Rorschacher mit zwei Toren auf die Siegesstrasse. Jetzt haderten die Gäste mit dem Schieds- und vor allem einem Linienrichter – Niederberger blieb der Chef auf dem Platz.

Zum Interview erschien Niederberger mit einem Gebärden-Dolmetscher: «Man kann, wenn man will. Und ich will», liess er sich übersetzen. (rl, red.)