Der reine «Rössli»-Wein lässt auf sich warten

Retten wir unser «Rössli»! So lautet die Absicht, für die bisher viel getan wurde. Nicht ganz so ausgeprägt ist das Bedürfnis, die Bevölkerung auf dem Laufenden zu halten.

Gert Bruderer
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Retten wir unser «Rössli»! So lautet die Absicht, für die bisher viel getan wurde. Nicht ganz so ausgeprägt ist das Bedürfnis, die Bevölkerung auf dem Laufenden zu halten.

Damit das «Rössli», eine der letzten Dorfbeizen in St. Margrethen, nicht auch noch verschwindet, wurde Geld gesammelt und eine Genossenschaft gegründet. Es ist das Ziel, das «Rössli» zu erhalten und das Restaurant als Treffpunkt für alle Bevölkerungskreise weiterhin zu betreiben.

Von Anfang an stand fest, dass es ohne Bauen nicht geht. Die Gründung der Genossenschaft sowie die Planung und Durchführung des Umbaus sollten innerhalb eines Jahres erfolgen. Das Ziel, das auf der Homepage der Genossenschaft noch immer zu lesen ist, lautet: «Wiedereröffnung im ersten Quartal 2016». Also bis Ende März dieses Jahres.

Dass daraus nichts werden würde, war bereits an der ersten Generalversammlung der Genossenschaft im Februar klar. Ende Jahr, hiess es da, solle man im Restaurant wieder einkehren können. Aber was hat sich seither getan? Wann wird das «Rössli» wieder offen sein? Es ist ein Rätsel. Denn die Genossenschaft hatte Mängel an der Bausubstanz und Einsprachen zur Kenntnis zu nehmen, bautechnische Abklärungen waren nötig geworden. Im Juni hatte die Bevölkerung «mehr Informationen in den nächsten Wochen» in Aussicht gestellt bekommen. Inzwischen sind fast drei Monate des Schweigens vergangen.

Auf jüngste Anfragen der Redaktion hiess es zunächst, vor November werde nichts gesagt, dann wurde beschieden, nach einer wichtigen Sitzung vom Donnerstag, 15. September, lasse sich darlegen, was Sache ist; inzwischen ist auch dies schon wieder Schnee von gestern. Auch nächste Woche stehe noch eine wichtige Sitzung an, eine Information sei möglich am Montag, 26. September. Also am Tag nach den Gesamterneuerungswahlen.

Im Dorf wird schon länger gemunkelt, das (zuerst von der Gemeinde gekaufte) «Rössli» könnte sich zu einer unseligen Geschichte entwickeln. Bereits vor Wochen wurde den Verantwortlichen hinter vorgehaltener Hand unterstellt, sie drückten sich davor, der Bevölkerung vor den Wahlen reinen Wein einzuschenken. Leider bleibt nun diese Unterstellung exakt bis zu den Wahlen im Raum stehen. Weil der Wein, der gern gekostet würde, offenbar erst nach dem Wahlsonntag lieferbar ist.