«Der Name klingt nicht so sexy»: Wie der Allmendplatz in Altstätten attraktiver gemacht werden soll

Weil die Altstätter Allmend ungenügend ausgelastet ist, wollen Stadt und Rhema die Vermarktung professionalisieren.

Remo Zollinger
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Vor allem möglicher Lärm durch neue Aktivitäten auf der Allmend beschäftigte die Anwesenden. (Bild: Remo Zollinger)

Vor allem möglicher Lärm durch neue Aktivitäten auf der Allmend beschäftigte die Anwesenden. (Bild: Remo Zollinger)

Es ging am Donnerstag in der BZR-Aula um drei Sachen. Erstens darum, die Vermarktung des Allmendplatzes zu professionalisieren und die Rheintal Messe und Event AG (nachfolgend Rhema) damit zu beauftragen. Zweitens darum, dass die Rhema eine Projektstudie über eine fixe Halle auf dem Platz in Auftrag gibt. Und drittens da­rum, dass die Luftwaffe der Armee 2020 mit Helikoptern und 660 Angehörigen für zwei Wochen auf den Platz kommen wird.

Das sind interessante Themen, in denen es um neue Visionen geht – und selbstverständlich um Geld. Im debattierfreudigen Altstätten war zu erwarten gewesen, dass viele Besucher erscheinen, um darüber zu reden. Es kamen jedoch nur 24 – diese beteiligten sich aber rege am Gespräch.

Potenzieller Lärm interessierte am meisten

Wenig überraschend waren Lärm und «Nachbarschaftsmanagement» (Rhema-Chef Simon Büchel) das Hauptthema. Welche neuen Events geplant seien, wollte eine Bürgerin wissen, die neue nächtliche Lärmemissionen fürchtet. Das wisse man noch nicht, man müsse erst prüfen, welche Möglichkeiten es gibt, sagten Stadtpräsident Ruedi Mattle und Büchel. Dieser präzisierte: «Es wird Lärm geben, aber wir planen nicht nur Partys, im Gegenteil.» Der Allmendplatz ist zu selten belegt, er wirft zu wenig Geld ab. Besonders gemessen daran, wie viel Geld vor 17 Jahren die Erstellung kostete. Ruedi Mattle sprach von «sehr bescheidenen Erträgen». Das soll sich ändern, und zwar mit einer neuen Leistungsvereinbarung zwischen Stadt und Rhema. Diese erfordert eine Änderung des Benutzungsreglements für Plätze, die Mattle vorstellte.

Wer das fakultative Referendum dagegen ergreifen will, hat noch bis am 24. September Zeit, um 400 Unterschriften zu sammeln. Die Leistungsvereinbarung sieht die Rhema mit einem Fünfjahresvertrag als Vermarkter des Platzes vor. Sie wird verpflichtet, jährlich eine Pauschale von 50'000 Franken zu entrichten und Massnahmen zur Attraktivitätssteigerung umzusetzen. Der Allmendplatz soll eine Marke mit regionaler und überregionaler Strahlkraft werden. Mit weniger Marketing-Slang heisst das: Die Rhema soll neue Anlässe durchführen, die mehr Gäste auf den Platz und damit nach Altstätten locken. Dafür brauche es eine neue Marke, und die ist gefunden: Aus dem Allmendplatz wird «Allmend Rheintal – Veranstaltungsgelände und Impulsareal», so Büchel.

Einsatzchef Peter Holliger zeigte auf, was die Luftwaffe plant: Vom 22. Juni bis zum 1. Juli will sie einen Kommandoposten nach Altstätten verlegen, um mit Helikoptern Übungen durchzuführen. Das sei das einzige Mal, dass die Luftwaffe hierher komme, versicherte Holliger einer Bürgerin, die hinter dem Luftwaffen-Gastspiel eine Salamitaktik vermutete. Er sagte auch, es sei für die Stadt eine Chance: Es gibt einen Tag der Öffentlichkeit, an dem alle Interessierten auf dem Areal zu Gast sein werden. Und die 660 Armeeangehörigen, die kommen, würden in der Region untergebracht und mit regionalen Lebensmitteln verköstigt. Zudem schwebe ihm eine Zusammenarbeit mit den Medien vor, wovon Altstätten profitie­-ren soll. «Wir wollen etwas zurückgeben», sagte Holliger. Sicher, der Luftwaffeneinsatz gibt Lärm, sagte Holliger, ohne Ausreden zu suchen. Die Flüge finden zwischen 7.30 und 17 Uhr statt, zudem seien zwei bis drei Nachtflüge geplant.

Es überrascht nicht, dass dieser Plan nicht nur auf Gegenliebe stösst. Aus zwei Gründen: Eine Anwohnerin sagte, für sie sei der durch den Einsatz entstehende Lärm «keine Aufwertung, ganz im Gegenteil». Und sie sagte auch: «Die Übung findet genau in der Brut- und Nistzeit der Vögel im Bannriet statt. Ich habe auch deshalb null Verständnis dafür.» Holliger antwortete, die Luftwaffe werde «alles daran setzen, dass die Anflugschneise weder die Anwohner noch die Vögel übermässig stört.»