Der lächelnde Radar zählt auch

Die Gemeinde Eichberg hat zwei Smiley-Radargeräte gekauft. Nicht nur zur Unfallprävention.

Max Tinner
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Das Display des Geschwindigkeitsmessgeräts zeigt: Der Lieferwagen hält die erlaubte Geschwindigkeit ein. Gemeindepräsident Alex Arnold und Bauamtsleiter Adrian Bücheli lächeln. Sonst macht das jeweils das Radargerät selbst. (Bild: Max Tinner)

Das Display des Geschwindigkeitsmessgeräts zeigt: Der Lieferwagen hält die erlaubte Geschwindigkeit ein. Gemeindepräsident Alex Arnold und Bauamtsleiter Adrian Bücheli lächeln. Sonst macht das jeweils das Radargerät selbst. (Bild: Max Tinner)

Eichberg «Gehts noch?!» Einzelne Einwohner regten sich diesen Frühling gehörig über den Gemeinderat auf. Im Budget der Gemeinde stand, dass für 12000 Franken Geschwindigkeitsmessanlagen beschafft werden sollten – sprich: Radargeräte. Die Bürger, denen die Wut in den Kopf gestiegen war, gingen davon aus, dass die Gemeinde bald Bussenzettel verschicken wird. Gemeindepräsident Alex Arnold sah sich an der Vorversammlung zu einer Erklärung genötigt. Es gehe nicht darum, Temposünder zu büssen, was die Gemeinde ja mangels einer Rechtsgrundlage ohnehin nicht dürfte. An der Bürgerversammlung selbst war die Position dann kein Thema mehr.

Keine «Blitzer», sondern sogenannte «Smiley»-Radargeräte

Inzwischen hat die Gemeinde die zwei Radargeräte gekauft; letzte Woche sind sie geliefert worden. Es sind, wie versprochen, keine «Blitzer», sondern sogenannte «Smiley»-Radargeräte. Sie zeigen einem zunächst die gefahrene Geschwindigkeit an und danach, je nachdem, ob man die erlaubte Höchstgeschwindigkeit einhält oder überschreitet, in Grün ein Lächeln oder in Rot einen «Lätsch».

Alex Arnold hält diese Geräte für effektiv. Angesichts des roten Gesichts mit nach unten gebogenen Mundwinkeln nehme fast jeder den Fuss vom Gaspedal. Eines der beiden Geräte hängt momentan bei der Schule. Zwar müssen jetzt während der Ferien hier viel weniger Kinder über die Strasse als sonst. Weil die Gemeinde die Geräte aber nicht mehr wie früher wochenweise mietet, kann sie sie auch mal für eine längere Zeit montieren. Davon erhofft sich der Gemeindepräsident einen Lerneffekt: Wer über Wochen ermahnt werde, auf die Geschwindigkeit zu achten, werde dies danach eher von selbst tun, als wenn er die Anzeige nur bei zwei-, dreimal Vorbeifahren sieht.

Dem Gemeinderat geht es nicht nur um Unfallprävention

Das zweite Gerät hängt zurzeit beim Werkhof. Nach einer Weile werden die Geräte andernorts in der Gemeinde aufgestellt, eingangs Eichberg und Hinterforst, aber auch in Wohnquartieren. Dass der Gemeinderat zwei Geräte beschaffen liess und nicht nur eines, liegt daran, dass es ihm nicht nur um Unfallprävention geht. Die Geräte messen nämlich nicht nur die Geschwindigkeit der vorbeifahrenden Fahrzeuge, sondern zählen den Verkehr auch. Mit zwei günstig platzierten Geräten lässt sich feststellen, welcher Teil des Verkehrs Durchgangsverkehr ist und wie viel hausgemacht ist.

Bislang musste sich der Gemeinderat auf die Wahrnehmung der Anwohner und auf Stichprobenzählungen stützen. Künftig hofft er bei allfälligen Diskussionen aussagekräftigere Zahlen zur Hand zu haben. Für diese statistische Erhebung muss das Display der Radaranlage nicht einmal eingeschaltet sein. Das Gerät beim Werkhof ist aktuell so eingestellt. Wie schnell vorbeigefahren wird, misst es dennoch. Auch davon erhofft sich der Gemeinderat eine aufschlussreiche Information. Nämlich, wie schnell gefahren wird, wenn sich die Leute unüberwacht fühlen.