«Der Kinderhort ist ein Bedürfnis»

DIEPOLDSAU. Den positiven Jahresabschluss 2012 begrüssten die Besucher der Diepoldsauer Orientierungsversammlung. Weniger Zuspruch fand die Idee eines Kinderhorts. Das neue Zentrum ist zwar geplant, aber noch Jahre entfernt.

Seraina Hess
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Verkehrsplaner David Oppliger, Landschaftsarchitekt Lorenz Eugster und Architekt Christoph Loetscher (v.l.). (Bild: Seraina Hess)

Verkehrsplaner David Oppliger, Landschaftsarchitekt Lorenz Eugster und Architekt Christoph Loetscher (v.l.). (Bild: Seraina Hess)

Fein säuberlich vorbereitet war Gemeindepräsident Roland Wälters Power-Point-Präsentation. Sie zeigte an der gestrigen Orientierungsversammlung den Jahresabschluss 2012 der Gemeinde. Was auf den Folien stand, war umso erfreulicher: Es gab eine Besserstellung des Budgets von über zwei Millionen Franken. Im Vergleich zum Vorjahr ist das Guthaben der Gemeinde um weitere 371 Franken auf 1790 Franken pro Einwohner gestiegen. Geplant war das in der Voranschlags-Rechnung nicht.

Neue Familienstruktur

Schulratspräsident Christian Sepin fand bei den Bürgerinnen und Bürgern vor allem Gehör, als er auf den geplanten Kinderhort zu sprechen kam. Dieser soll im August eröffnet werden – in einer Liegenschaft im Dorfzentrum, die die Gemeinde erst gestern erworben hat.

Einwände gab es von Carmen Bruss, Aktuarin der SVP Diepoldsau. «Anstatt einen Kinderhort zu eröffnen, wäre es sinnvoller, sich auf das Angebot des Vereins Tagesfamilien zu stützen», sagte sie. Ihrer Meinung nach könne ein Kinderhort Mütter dazu verleiten, auch dann zu arbeiten, wenn es finanziell gar nicht nötig wäre. Die Mitfinanzierung der Gemeinde verursache zudem zu hohe Kosten. Nach einigen Versuchen von Sepin, die Besucher vom Projekt zu überzeugen, ergriff Wälter das Mikrophon und sprach ein Machtwort: «Der Kinderhort ist und bleibt ein grosses Bedürfnis. Die Familienstruktur hat sich schon lange verändert. Hinzu kommt, dass dieses Angebot die Attraktivität der Gemeinde steigert.»

Zentrumsgestaltung ist Puzzle

Ein grosser Bestandteil der Vorversammlung war die Vorstellung des Projekts «Duett» des Zürcher Siegerteams im Wettbewerb um die Zentrumsgestaltung. Christoph Loetscher, David Oppliger und Lorenz Eugster setzten sich im Auswahlverfahren erst gegen 13 Mitbewerber, danach gegen vier ausgewählte Mitstreiter durch. Das neue Zentrum wird für Fussgänger attraktiv gestaltet, der Dorfplatz mit der Kirche verbunden. Das Projekt soll zusammen mit der Sanierung der Tram- und Hohenemserstrasse umgesetzt werden. «Bis es aber so weit ist, werden Jahre, ja vermutlich ein Jahrzehnt vergehen. Das Projekt setzt sich zusammen wie ein Puzzle», sagte Jurymitglied Marilene Holzhauser. Wenn alles nach Plan verläuft, wird der Kostenvoranschlag des Projekts an der Bürgerversammlung 2014 präsentiert.

Alle vier Wettbewerbs-Objekte sind diese Woche im Gemeindehaus ausgestellt. Die Bürgerversammlung findet morgen um 19.30 Uhr in der evangelischen Kirche Diepoldsau statt.

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