Der Holzpreis bereitet Sorge

Mit dem «Euro-Schock» hat sich die Situation für die Rheintaler Waldbesitzer verschlechtert. Die vorher schon schwierige Lage hat sich nun mit Preissenkungen von bis zu 15 Prozent zusätzlich verschärft.

Kurt Latzer
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Josef Benz zeigt, wie Holz eingemessen und mit Nummern versehen wird. Das Einmessen der gefällten Stämme ermöglicht es dem Kunden, die Herkunft des Holzes nachzuverfolgen. (Bild: Kurt Latzer)

Josef Benz zeigt, wie Holz eingemessen und mit Nummern versehen wird. Das Einmessen der gefällten Stämme ermöglicht es dem Kunden, die Herkunft des Holzes nachzuverfolgen. (Bild: Kurt Latzer)

BALGACH. Revierförster und Betriebsleiter der Rheintal Forst AG, Josef Benz, ist im Wald an der Arbeit. Gut einen Kilometer oberhalb des Werkhofs an der Kapfstrasse misst er Baumstämme ein. Vor ihm auf dem Lager- und Aufrüstplatz liegen einige Stämme. Es ist schönes Holz, gerade Weisstannen-Stämme. Man könnte daran seine Freude haben. Dem Revierförster aber ist schon seit geraumer Zeit das Lachen vergangen.

Der Posten Holz ist für eine Grosssägerei in Gossau bestimmt. «Wegen der Preissituation können wir momentan nicht mehr kostendeckend Holz produzieren», sagt Josef Benz. Die Sägereien bekämen das Holz teils billiger im Ausland, Schnittware komme noch billiger in die Schweiz.

Grosser Preiszerfall

Ein grosser Teil des Holzes, wie etwa das aus dem Balgacher Wald, geht nach Gossau. Etwa ein Drittel des Rundholzes vermarktet die Rheintal Forst AG selbst, beispielsweise als Rammholz zum Pfählen. «Auch dieser Markt ist von der Konjunktur abhängig und vom Standort der Bauten.» Das Holz, vor dem der Förster steht, bringt einen Preis von 70 bis 80 Franken pro Kubikmeter. «Als ich 1992 zum ersten Mal solches Holz verkauft habe, hat es dafür 140 Franken pro Kubikmeter gegeben», erinnert sich Josef Benz.

Abstammung nachvollziehbar

Von den Hölzern, die sehr gefragt sind und mit denen man einen besseren Preis erzielen kann, gibt es im Balgacher Wald zu wenige. Dazu gehören beispielsweise Eichen, Lärchen und Douglasien. Daten vom Holzeinmessen werden auf einer amtlich bestätigten Liste eingetragen. Dies versetzt den Kunden in die Lage, die Herkunft des Holzes festzustellen, gegebenenfalls Mängel oder Lob beim Produzenten anzubringen. «So kann man genau nachvollziehen, an welchem Standort das Holz geschlagen wurde und wer der Waldbesitzer ist», sagt Benz. Ein weiteres Produkt für den lokalen Markt ist das sogenannte Energieholz. Ein Haufen von dickeren und dünneren, mit Nadeln behangenen Ästen liegt unweit von den Stämmen entfernt. «Dieses Material wird hier auf dem Lager- und Aufrüstplatz aufgearbeitet und kommt dann in die Heizung in Balgach oder in Diepoldsau», sagt der Förster. Bei dieser Ware handle es sich um ein wichtiges Nebenprodukt.