Der Höhenflug des Rohöl-Preises wird nicht von Dauer sein

In den letzten Tagen stieg der Rohölpreis vorübergehend auf den höchsten Stand seit über zwei Jahren. Losgetreten wurde der Höhenflug von den politischen Unruhen in Nordafrika und Nahost. Die Unruhen haben vorübergehend negative Folgen für die Ölförderung der betroffenen Länder.

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In den letzten Tagen stieg der Rohölpreis vorübergehend auf den höchsten Stand seit über zwei Jahren. Losgetreten wurde der Höhenflug von den politischen Unruhen in Nordafrika und Nahost. Die Unruhen haben vorübergehend negative Folgen für die Ölförderung der betroffenen Länder. Gleichzeitig gibt es Hinweise für eine weltweit stärker als erwartete Ölnachfrage. Dennoch ist der Höhenflug beim Rohöl nicht von Dauer und von einem Einstieg deshalb vorerst abzuraten.

Politische Unruhen

Die politischen Unruhen in einigen für die weltweite Ölversorgung wichtigen nordafrikanischen und arabischen Ländern bescherten dem Ölpreis in den vergangenen Wochen einen regelrechten Höhenflug. Die Angst vor Liefer- und Versorgungsengpässen zog teilweise von Panik geprägte Käufe nach sich. Selbst besänftigende Aussagen der Opec konnten diese Angst nur vorübergehend dämpfen. Die Organisation ölexportierender Länder geht davon aus, dass andere Länder ihre Ölfördermenge erhöhen und für Libyen und Algerien einspringen können.

Gleichzeitig entwickelte sich die weltweite Ölnachfrage in den Monaten Januar und Februar stärker als erwartet. Vermutungshalber steht die starke Nachfrage im Zusammenhang mit Kaufinteresse aus dem Lager von Finanzanlegern. Letztere setzen beim Ölpreis nicht nur weiterhin auf einen Anstieg, sondern haben ihre Positionen in den vergangenen Wochen sogar noch weiter ausgebaut.

Kurzzeitiger Einfluss

Auch beim Ölpreis gilt, dass politisch beeinflusste oder ausgelöste Kursveränderungen nur von kurzer Dauer sind. Für gewöhnlich geht mit der Beruhigung von Problemherden auch eine Normalisierung beim Ölpreis einher. So haben erste ölexportierende Länder, unter anderem Russland, mit einer Erhöhung ihrer Fördermenge begonnen. Zudem hat der hohe Ölpreis selbst eine dämpfende Wirkung auf die Ölnachfrage. Der Höhenflug beim Rohöl ist deshalb nicht von Dauer und von einem Einstieg bis auf weiteres abzuraten. Aufgelaufene Gewinne sollten vermehrt realisiert werden.

Quartals-Zahlen aus Basel

Nächste Woche legen mit Actelion und Novartis zwei weitere grosse Basler Unternehmen ihre Quartalszahlen vor. Parallel dazu werden u. a. auch Kühne + Nagel, Inficon, Micronas, OC Oerlikon, Schindler und Weatherford ihre Ergebnisse vorlegen. Am Karfreitag bleibt der Schweizer Markt feiertagsbedingt geschlossen. Konjunkturindikatoren stehen hierzulande keine an. In den USA liegt das Hauptaugenmerk auf dem Philadelphia Fed Index für den Monat April. (sc)

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