Der Hirte hat es kommen sehn

Der Advent ist auch die Zeit der Krippenspiele. Die Lüchinger Kindergärtler vom Sonnenhügel führten diese Woche im Pfarreiheim zweimal ihre eigene Interpretation einer Hirtenweihnacht auf.

Max Tinner
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LÜCHINGEN. Im Krippenspiel von Janine Forers Kindergärtlern sind es nicht die Engel, die die Ankunft des Messias verkünden. Es ist ein alter Hirte, der gen Himmel schaut, wo in dieser schicksalsschwangeren Nacht die CD-Scheiben und Alu-Kugeln zu Abertausenden besonders hell funkeln. Prophetisch kündigt er den Heiland an. Nur leider tut er dies nicht zum ersten Mal, so dass selbst die Engelchen lachend in den Hirten-Rap einstimmen: Das sage er doch jedes Jahr, meinen die Schäfler und die Gesandten des Herrn in ihrem Sprechgesang im Chor.

Auch der kleine Nachwuchshirte Florian mag dem alten Mann da nicht mehr so recht glauben. Doch plötzlich prescht ein König auf seinem Steckenschimmel daher und reitet wild ums Hirtenfeuer – mit einem mächtigen Schwert in der Hand und einer prächtigen Krone auf der Wollmütze. Ohne Kappe ritte er wohl wesentlich gemächlicher, denn es ist bitterkalt in dieser Nacht. So kalt, dass sich selbst die Engelchen zu den Schäfchen kuscheln. Nebelschwaden (durchscheinende weisse Tücher) schweben durch die Nacht und legen sich als eisiger Reif auf den Talgrund vor den Füssen des Publikums. Doch dann geschieht, was der alte Hirte geweissagt hat: Der Heiland wird geboren.

Das begreift schliesslich auch Hirtenbub Florian, nachdem er zunächst etwas enttäuscht ist. Unter dem angekündigten König der Könige hat er sich nämlich etwas Grösseres vorgestellt als ein schreiendes Kleinkind in einer schlichten Holzkrippe.

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